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Fed - geldpoltisches Orakel

Wie sind die gestrigen Aussagen der Fed zu verstehen? Es war, wie fast immer, für jeden Geschmack etwas dabei: für diejenigen, die meinen, die Fed werde bald die Zinsen anheben und d...

Von Markus Fugmann

Wie sind die gestrigen Aussagen der Fed zu verstehen? Es war, wie fast immer, für jeden Geschmack etwas dabei: für diejenigen, die meinen, die Fed werde bald die Zinsen anheben und dann mehrere weitere Schritte unternehmen. Und für diejenigen, die das Gegenteil behaupten: die Fed werde die Zinsen – entgegen aller Absichtsbekundungen – nicht anheben, zumindest nicht 2015. Die Reaktion des Dollars, der abverkauft wurde, zeigt, dass die Märkte mehr „hawkishes“ erwartet hatten – etwa eine klare Ansage, dass die Fed im September die Zinsen anheben werde. Das blieb jedoch aus.

Dabei war die Beurteilung der ökonomischen Lage durch die Notenbank deutlich optimistischer als im Statement des Vormonats. So sprach die Fed diesmal von “economic activity has been expanding moderately..”. Im April hieß es noch: “economic activity slowed..“.

Auch der US-Arbeitsmarkt ist aus Sicht der Fed in einem besseren Zustand als im Vormonat. So sagt die Fed gestern, “pace of job gains picked up”. Im April hieß es: job gains had moderated. Und weiter im Mai zum US-Arbeitsmarkt: „the underutilization of labour resources diminished, somewhat“. Im Vormonat hieß es: die labour resources wären “little changed”.

Auch den US-Verbrauchern geht es, glaubt man der Fed (und wer täte das nicht??), besser als im Vormonat: diesmal spricht die Fed von „Growth in household spending has been moderate“. Im April sprach sie noch von einem „decline“ der Haushaltsausgaben.

Der Optimismus der Einschätzung der Fed ist jedoch eher Behauptung als Tatsache. Bis auf die US-Arbeitsmarktdaten vom Beginn des Monats, die positiv überrascht hatten, waren die meisten US-Konjunkturdaten eine glatte Enttäuschung. Aber schon die Methodik des US-Arbeitsmarktbericht (non-farm payrolls) ist fragwürdig, sogenannte „seasonal adjustments“ sind ein Paradies für Statistiker mit dem Hang zur Schönfärbung. Die non-farm payrolls sind daher – ökonomisch gesehen – fast unbrauchbar, und werden sowieso meistens heftig in die eine oder andere Richtung bei der nächsten Veröffentlichung revidiert.

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