Die Politik redet vom Grexit. Ein Rausschmiss Athens aus dem Euro wird auch von den Gazetten gepriesen. Pikant: Moskau signalisiert Hilfen für Athen. Da kläfft der Mainstream. - Grexit: die Lösung aller Probleme - oder der Anfang vom Ende des Euros?
Die tägliche Portion Spiegel-Online-Propaganda:
Putins letzter Partner in der EU
EU-Politiker meiden den Kontakt zu Russlands Präsident Putin. Einer schert aus. Griechenlands Premier Tsipras will nach dem milliardenschweren Pipeline-Projekt die Kooperation mit Moskau vertiefen. Kredite aus Russland bekommt er aber nicht.
Tsipras in Russland - das passt Brüssel nun gar nicht. Ist Athen der letzte Partner Russlands, wie das Nato-PR-Organ SPIEGEL nun verlautbart? Oder geht Griechenland einen Weg, den sich andere EU-Vasallen offiziell nicht getrauen gehen - aus Angst vor den USA? Fakt ist, das viele EU-Staaten zwar offiziell nach der Pfeife Brüssels tanzen, aber insgeheim doch lieber eine einvernehmliche Lösung mit Russland in Bezug auf die Ukraine-Krise anstreben. Und warum soll Griechenland nicht daran interessiert sein, ein paar Euro einzunehmen, indem eine russische Gaspipeline durchs Land geleitet wird? Das bringt Einnahmen, die das Land dringend braucht.
Die EU ist nicht Europa, das sagt Michael Mross in einem Interview mit RT Deutsch in der Sendung "Der fehlende Part". Es geht um die Frage, ob Russland Athen vor den Bankrott bewahren kann - zumindest vorübergehend. Die Reaktionen Brüssels sind abwehrend und abwertend. Doch was bleibt dem Pleite-Kandidaten Griechenland anders übrig?
Das Griechenland-Problem ist eigentlich kein Problem Griechenlands, sondern ein generelles Euro-Problem. Kippt Athen, kippen die anderen Wackelkandidaten auch. Die Frage ist jetzt: Welcher Schaden ist größer? Ein durch einen Grexit ins Mittelalter zurückgebombtes Athen, das von heute auf morgen ohne Geld da steht? Geschlossene Supermärkte, dunkle Städte, weil Ölrechnungen nicht mehr bezahlt werden können? Hungernde Menschen auf der Straßen, weil es kein Geld mehr gibt und eine neue Drachme auch nicht mehr akzeptiert wird?
Man muss schon ziemlich naiv sein, anzunehmen, dass ein bankrottes Griechenland die bessere Lösung ist als ein alimentiertes. Auch wenn in den Medien und in der Politik ein Grexit als immer wahrscheinlicher gepriesen wird, ist es die teuerste Lösung. Denn einem bankrotten Griechenland muss die EU auch mit Milliardenhilfen unter die Arme greifen. Man wird Athen nicht am langen Arm verhungern lassen.
Griechenland ist das Symbol des Euro. Eine Gemeinschaftswährung die von Anfang an niemals funktionieren konnte, weil ökonomische Grundgesetze außer Kraft gesetzt wurden. Das kann eine Zeit lang gut gehen, doch am Ende kommt es zum Knall. Frühzeitige Warnungen von Ökonomen wurden als "uneuropäisch" oder gar "rechts" propagandisiert. Doch der Scherbenhaufen von heute war programmiert und der Tag der Abrechnung rückt näher. Wahrscheinlich kommt er jetzt.
Dass Griechenland niemals das Niveau von Deutschland erreichen wird, war immer klar, auch wenn Politiker dieses Faktum ignorierten. Gemeinschaftswährung bedeutet gemeinschaftliche Haftung und Transferzahlungen. Es bedeutet einheitlicher Wirtschaftsraum und einheitliche Anleihen (Eurobonds). Politiker belogen ihre Wähler, indem sie dies von Anfang an verschwiegen und auch heute immer noch so tun, als wenn es dessen nicht bedürfte. Doch mit Griechenland kommt es zum Schwur.
Brüssel wird Athen nicht vors Schafott führen. Der einzelne Grieche kann nichts dafür. Es ist das System, welches die Verantwortung trägt. Und dieses System wird folgendes erzwingen: Es wird zu Transferzahlungen und Gemeinschaftshaftung kommen. Und Deutschland wird zahlen. Bis zum Untergang. Es gibt wahrscheinlich kein Zurück mehr.
Michael Mross bei RT Deutsch zum Thema Grexit:



