Börsenreporter-Legende Friedhelm Busch mit einem Interview aus dem Jahre 2010: Die Griechenlandhilfe führt in die Katastrophe. Auch für Deutschland sieht es nicht gut aus "Wir werden uns dem Trauermarsch in den Schuldenstaat anschließen".
Das Interview ist schon 5 Jahre alt - doch aktueller denn je. Anlässlich der 1. Pleite und dem Ruf nach Rettungsgeldern für Athen warnt Friedhelm Busch, Ex-ntv-Börsenmann: „Griechenland ist eine Katastrophe“.
Die Politik sei nicht bereit, das auch zuzugeben. Man tue so, als wenn das Geld sinnvoll eingesetzt wäre, doch das sei nicht der Fall: Die Griechen werden die Hilfe „nie und nimmer“ zurückzahlen. Sie werden auch in drei Jahren dort stehen, wo sie heute stehen. Es sei also ein Faß ohne Boden.
Nicht nur die Südschiene sei insgesamt eine Bedrohung, sondern am Ende sei auch Deutschland dran. „Wir werden uns diesem Trauermarsch in den Schuldenstaat anschließen und der Euro wird eine Weichwährung“, so Busch.
In der ersten Phase einer deutlichen Inflation, werden wir erleben, dass die Sparvermögen entwertet werden. Rentner und Sparer werden enteignet.
Man könne Griechenland nicht aus dem Euro rausschmeißen. Das könnten sie nur freiwillig tun. Aber danach sieht es derzeit nicht aus. Das ganze sei eine sehr verfahrene Situation.
In den nächsten Jahren werden wir die Diskussion bekommen, ob wir, die Deutschen, nicht aus dem Euro austreten. Wenn die Griechen nicht gehen, könnte dies eine Option sein.
Ein schwacher Euro erleichtere vodergründig zwar dem Export, aber der Vorteil sei trügerisch, weil Anpassungsprozesse verschlafen werden. Am Ende stünden dann noch stärkere Probleme.
„Wir haben zwar immer gegen eine feste DMark geschimpft, aber am Ende hat die Industrie davon profitiert, weil sie dadurch gestählt wurde“ resümiert Busch.
An den totalen Zusammenbruch des Geldsystems glaubt Busch dennoch nicht. Vielmehr werde sich die Politik „so durch mogeln“. Die Inflation würde die Bürger enteignen. Es sei das gleiche, als wenn man in einer Badewanne liege und das Wasser immer heißer wird: „Man würde es dann kaum merken, dass man verbrüht werde…“



