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Unsinnige Planungen zur Energiewende

Der Bau von Ökostromanlagen soll fortgesetzt werden. Hauptsächlich sollen weitere Windgeneratoren an Land wie auf dem Meer entstehen. An der hohen Vergütung des Ökostroms soll dabei nicht gerüttelt werden.

 

Von Prof. Dr. Hans-Günter Appel

Schon heute ist die installierte Leistung der Windstrom- und Solarstromanlagen höher als der Bedarf in Deutschland. Bei Starkwind und Sonnenschein produzieren sie mehr Strom als gebraucht wird. Der überflüssige Strom muss jedoch nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) bezahlt und dann zu Schleuderpreisen oder gar mit Zuzahlungen entsorgt werden. Ein weiterer Ausbau der Ökostromanlagen erhöht die überflüssigen Strommengen und beschleunigt den Anstieg der Strompreise.

 

Stromerzeugung in Deutschland

Deutschland benötigt eine elektrische Leistung zwischen 40.000 und 70.000 Megawatt. Die höchsten Leistungen werden während der Arbeitszeit gefordert. Nachts und an Wochenenden sinkt der Leistungsbedarf. Große Kraftwerke leisten 1.000 Megawatt. Wir brauchen also 70 solcher Kraftwerke, um Deutschland mit Strom zu versorgen. Diese Kraftwerke existieren mit einer Reserve für Ausfälle und Revisionen.

Zusätzlich wurden in Deutschland, begründet mit der ideologisch motivierten Energiewende, noch mehr als 25.000 Windgeneratoren mit einer Leistung von über 35.000 Megawatt und Solarstromanlagen mit einer gleich hohen Leistung installiert. Die Vergütungskosten für den Ökostrom sind im EEG festgelegt. Sie betragen im Mittel 16 Cent pro Kilowattstunde. Die Erzeugungskosten für Strom aus konventionellen Kraftwerken liegen dagegen nur bei 4 – 5 Cent pro Kilowattstunde. Ökostrom ist im wahrsten Sinne des Wortes wetterwendig. Ohne Wind kein Windstrom! Und nachts scheint keine Sonne. Konventioneller Strom ist dagegen jederzeit mit der benötigten Leistung verfügbar.

 

Wetterwendiger Ökostrom

Windgeneratoren haben im Jahresmittel etwa 20 Prozent ihrer installierten Leistung. Solarstrom ist noch schlechter mit 10 Prozent. Die installierte Leistung wird nur bei Starkwind, bzw. bei mittäglichem Sonnenschein erreicht. In diesen Fällen ist das Stromangebot heute schon höher als der Bedarf. Der überflüssige Ökostrom wird dann zu Dumpingpreisen verschleudert oder sogar kostenpflichtig entsorgt. (Die Abnehmer erhalten dann für den Schrottstrom noch ein Entgelt.) Immer häufiger reichen die Leitungen nicht aus, die wachsenden Mengen Ökostrom aufzunehmen und weiter zu leiten. Dann müssen Ökostromanlagen abgeschaltet werden. Dies stört die Anlagenbetreiber nicht. Sie werden auch für den nicht gelieferten und überflüssigen Strom entschädigt. Jeder Bäcker bleibt dagegen auf seinen Brötchen sitzen, die ihm nicht abgekauft werden.

 

Unsinnige Planung für Ökostrom

Schon heute haben wir immer häufiger zu viel Ökostrom, der nicht genutzt werden kann. Die Planungen der Bundesregierung bleiben daher unverständlich, die einen weiteren Ausbau der Windstromanlagen auf die dreifache Leistung, also auf mehr als 100.000 Megawatt vorsehen. Dazu sollen auch noch mehr Solarstromanlagen kommen. Für jeden nachdenkenden Mitbürger wird es sicher klar, mit dieser Planung produzieren wir immer mehr nutzloser Ökostrom, den wir nicht brauchen aber trotzdem bezahlen müssen.

Ich habe lange über den Sinn dieser unsinnigen Planung nachgedacht, bis ich endlich eine Erklärung fand. Die geplanten Ökostromanlagen produzieren im Jahr etwa 80 Prozent unseres Strombedarfs. Allerdings nicht bedarfsgerecht. Bei Starkwind und Sonnenschein wird viel zu viel Ökostrom produziert, der nicht gebraucht wird. Bei Flaute und nachts gibt es dagegen gar keinen Ökostrom. Ein Ausgleich durch verlustarme und ausreichend große Speicher ist bis heute noch nicht einmal in Ansätzen erkennbar. Der Stromüberschuss muss also vernichtet werden und konventionelle Kraftwerke müssen weiterhin bereit stehen, wenn wetterbedingt kein Ökostrom geliefert werden kann. Diese einfachen Zusammenhänge haben die hochbezahlten staatlichen Planer offensichtlich nicht bedacht. Es ist nach dem Stand der Technik nicht möglich, Deutschland ganzjährig mit 80 Prozent Ökostrom zu versorgen. Die Stromkosten werden aber mit dieser Planung in bisher nicht vorstellbnare Höhen getrieben.

 

Wann kommt die Wende von der Wende

Es ist dringend erforderlich, wieder zu einer realistischen Energiepolitik zurück zu kehren, wenn Deutschland nicht vollständig mit unrentablen und die Umwelt zerstörenden Windgeneratoren überzogen werden soll, wenn der laufende Auszug der Industrie gestoppt werden soll, wenn Immobilien durch die Nähe von Windgeneratoren nicht weiter entwertet werden sollen und wenn Gesundheitsgefahren durch Lärm, Infraschall und Schattenschlag abwehrt werden sollen, kurz: wenn man die Lebensqualität in Deutschland wieder verbessern will. Werden unsere Abgeordneten den Mut haben, sich endlich gegen die ideologische Energiepolitik zu wenden? Oder werden sie weiter vor der mächtigen Lobby der Wendeprofiteure einknicken?

www.naeb.info

 


 

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