Goldpreis fällt auf 3½-Monatstief. Trotz Irrungen und Wirrungen des griechischen Premierministers drohen weitere Verluste.
Von Commerzbank Commodity Research
Auch die neuesten Irrungen und Wirrungen des griechischen Premierministers Tsipras führten gestern nicht zu großen Ausschlägen am Goldmarkt. Stärkeren Einfluss hatten dagegen gute Daten zur US-Beschäftigung, die zu einem aufwertenden US-Dollar und steigenden US-Anleiherenditen führten. Heute Morgen fällt Gold auf ein 3½-Monatstief von 1.161 USD je Feinunze. Sollten die US-Arbeitsmarktdaten heute Nachmittag positiv überraschen, drohen weitere Verluste.
Palladium verteuerte sich gestern um gut 3% und übersteigt heute Morgen die Marke von 700 USD je Feinunze. Wir führen dies auf die Eindeckung von Short-Positionen nach dem übertriebenen Preisrückgang der letzten Wochen zurück. Gemäß CFTC-Daten bestanden an der Comex in New York in der Woche zum 23. Juni mit 9,8 Tsd. Kontrakten die höchsten Short-Positionen seit Beginn der Datenreihe im Dezember 2009. Ein Teil dieser dürfte nun wohl glattgestellt worden sein. In den USA haben sich die Fahrzeugabsätze im Juni stärker als erwartet verlangsamt.
Auf saisonbereinigter und annualisierter Basis wurden im letzten Monat 17,11 Mio. Fahrzeuge verkauft. Dies waren nur 1,1% mehr als im Vorjahr und 3,4% weniger als im Vormonat. Dennoch hat die US-Fahrzeugindustrie ihr bestes erstes Halbjahr seit einem Jahrzehnt verzeichnet. Für das zweite Halbjahr zeigen sich die großen US-Automobilproduzenten noch optimistischer und verweisen auf eine hohe Nachfrage nach SUVs und LKWs. Davon sollte im benzinlastigen US-Markt vor allem Palladium profitieren, auch wenn der Preis im ersten Halbjahr um 14% gefallen war.



