Der Chef-Lobbyist der Deutschen Bahn und frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla soll noch zum August dieses Jahres in den Vorstand der Deutschen Bahn aufrücken. - Hofreiter / Grüne: Fall von Korruption.
Der Chef-Lobbyist der Deutschen Bahn und frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla soll zum August dieses Jahres in den Vorstand der Deutschen Bahn aufrücken. Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Konzernkreisen. Pofalla übernimmt den Aufgabenbereich von Gerd Becht, der das Ressort Compliance, Datenschutz, Recht und Konzernsicherheit verantwortet. Gleichzeitig bleibt Pofalla als Vorstand zuständig für die Kontaktpflege zur Politik.
Die Personalie ist Teil des Konzernumbaus, den Bahnchef Rüdiger Grube dem Aufsichtsrat Ende Juli zur Halbjahresbilanz präsentieren will. Grube will den Vorstand von acht auf sechs Mitglieder verkleinern.
Pofalla ist seit Januar dieses Jahres Generalbevollmächtigter für politische und internationale Beziehungen der Deutschen Bahn. Er rückt damit früher als erwartet in den Vorstand auf. Ursprünglich war geplant, dass er Becht 2017 nachfolgen wird, wenn dessen Vertrag ausläuft. Becht hat den Rechtsbereich zu einer starken Erlössäule ausgebaut. Unter seiner Ägide klagte die Bahn erfolgreich gegen Kartellunternehmen, die der Bahn großen Schaden zufügten.
Der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, hat schwere Vorwürfe gegen den früheren Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) erhoben. In diesem Zusammenhang sprach Hofreiter sogar von Korruption.
Im ARD-Morgenmagazin erklärte Hofreiter: "Selbstverständlich hat jemand das Recht, aus der Politik in der Wirtschaft Karriere zu machen." Aber bei Pofalla handele es sich um eine "nachgelagerte Belohnung für Entscheidungen, die er als Kanzleramtsminister getroffen hat".



