Gold fällt auf 8-Monatstief, Platin und Palladium auf mehrjährige Tiefstände. Auch Euro schwächer.
Von Commerzbank Commodity Research
Der gesamte Edelmetallsektor steht weiter unter Druck, was auch dem festen US-Dollar geschuldet ist, der gegenüber dem Euro auf ein 1½-Monatshoch aufwertete. Gold fiel daraufhin auf ein 8-Monatstief von gut 1.140 USD je Feinunze. Die EZB hat gestern auf ihrer Sitzung die ELA-Obergrenze für griechische Banken erhöht. Damit gewährleistet sie zumindest vorübergehend die Liquidität der Banken im Land. Dies schmälert aber auch gleichzeitig weiter die Attraktivität von Gold als sicherem Hafen.
Deutlich stärker als Gold geben Platin und Palladium nach. Platin fiel gestern auf ein 6½-Jahrestief von nur noch knapp über 1.000 USD je Feinunze. Die Preisdifferenz zu Gold hat sich in Folge dessen auf rund 140 USD ausgeweitet und ist damit so hoch wie zuletzt Ende 2012. Palladium fiel unter 630 USD je Feinunze auf den tiefsten Stand seit November 2012.
Die Marktteilnehmer ignorierten dabei gestern sehr starke Autoabsatzzahlen in Europa. Gemäß Daten des Verbands der europäischen Automobilproduzenten (ACEA) wurden im Juni im Vergleich zum Vorjahr 14,6% mehr Autos zugelassen. Dies war der stärkste Monatsanstieg seit Dezember 2009, welcher zugleich von allen wichtigen Absatzmärkten getragen wurde. Im ersten Halbjahr sind die Neuzulassungen um 8,2% auf 7,17 Mio. Autos gestiegen. Damit bleibt der europäische Automarkt klar auf Erholungskurs.
Dunkle Wolken sind dagegen über China aufgezogen, wo der chinesische Verband der Automobilproduzenten schon letzte Woche seine Schätzung für die Fahrzeugverkäufe in diesem Jahr deutlich nach unten revidiert hatte. Das jetzt erwartete Verkaufsplus von 3% wäre das geringste seit mindestens zehn Jahren.



