Chinesische Goldimporte im Juni auf 10-Monatstief gefallen. - Daten der US-Münzanstalt zufolge wurden im Juli bereits 157,5 Tsd. Unzen Goldmünzen verkauft, mehr als doppelt so viel wie im gesamten Vormonat.
Von Commerzbank Commodity Research
Gold hat sich trotz eines schwachen US-Dollar nicht über der Marke von 1.100 USD je Feinunze halten können und ist gestern zwischenzeitlich auf 1.089 USD abgerutscht. In Euro gerechnet stand der Preis wegen der abwertenden US-Währung stärker unter Druck und ist bis auf 984 EUR je Feinunze gefallen.
China hat im Juni gemäß Daten der Hongkonger Statistikbehörde auf Netto-Basis lediglich 37,1 Tonnen Gold importiert. Dies waren gut 8% weniger als im bereits schwachen Vorjahresmonat und zugleich die niedrigsten Netto-Einfuhren seit August 2014.
Die Importe waren zudem nur gut halb so hoch wie im Mai. Im ersten Halbjahr summieren sich die Einfuhren damit auf gut 370 Tonnen, 17% weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Ein Großteil der Nachfrageschwäche dürfte auf den starken Anstieg der chinesischen Aktienmärkte in den ersten 5½ Monaten des Jahres zurückzuführen sein, der die Attraktivität von Gold schmälerte.
Wir gehen davon aus, dass der Mitte Juni einsetzende Verfall der Aktienmärkte und der Rückgang der Goldpreise selbst zu einem stärkeren Kaufinteresse für Gold im zweiten Halbjahr führen werden. Dies sollte dem Goldpreis Unterstützung geben. Ebenso zeigen sich die Münzabsätze in den USA weiter sehr robust. Daten der US-Münzanstalt zufolge wurden im Juli bereits 157,5 Tsd. Unzen Goldmünzen verkauft, mehr als doppelt so viel wie im gesamten Vormonat. Und auch der Verkauf von Silbermünzen wurde gestern wieder aufgenommen, nachdem die Münzanstalt für zwei Wochen ausverkauft war.



