K+S ist angeblich im Wirtschaftsministerium vorstellig geworden mit dem Vorschlag, dass die staatliche KfW-Bank sich bei K+S per Kapitalerhöhung einkauft, um den Übernahmeversuch abzuwehren.
Heute flatterte K+S-Aktionären interessantes Schreiben ins Haus.
Darin heißt es unter anderem: „Vorstand und Aufsichtsrat der K+S AG haben am 2. Juli beschlossen, den unaufgeforderten Vorschlag des kanadischen Düngemittel-Unternehmens Potash…zur Übernahme aller K+S Aktien zu einem Preis von 41 Euro je Aktie abzulehnen.“
Inzwischen ist der Juli fast rum und in den letzten Wochen dürften hinter den Kulissen die Vorstände, Berater und Rechtsanwälte auf Hochtouren nach Mitteln und Wegen gesucht haben, diese Übernahme zu verhindern (K+S) bzw. zum Erfolg zu verhelfen (Potash). Wie man heute erfahren konnte, soll K+S angeblich im Wirtschaftsministerium vorstellig geworden sein mit dem Vorschlag, dass die staatliche KfW-Bank sich bei K+S per Kapitalerhöhung einkauft, um den Übernahmeversuch abzuwehren.
Die Bemühungen von K+S-Vorstand Norbert Steiner sind klar. Er muss den Kurs irgendwie über 41 Euro bringen, damit die Aktionäre nicht rebellieren. Bei einem breiten Streubesitz ohne Ankeraktionäre dürfte dies schwierig werden. Dass allerdings ausgerechnet der Staat in einer Marktwirtschaft als weißer Ritter herhalten soll? Schwer vorstellbar, dass sich Gabriels Ministerium auf so einen Deal einlassen wird. Aber an der Börse ist bekanntlich nichts unmöglich.
Das Anschreiben an die Aktionäre könnte man auf zwei Arten deuten. Seid bitte nicht ungeduldig und vertraut dem Vorstand, dass er eine Lösung findet, die den wahren Wert von K+S über das 41 Euro-Angebot bringen wird. Oder es ist ein Wink an Potash, dass bei einem deutlich höheren Kurs die Hemmschwelle für einen Verkauf sinken könnte. Sollte Steiner jedoch keinen substanziellen Plan B in der Tasche haben und Potash sich verabschieden, dann droht der Aktie ein Rückfall in Richtung 30 Euro. Dies könnten ihm dann jedoch eventuell den Job kosten.
Morgen könnte deswegen ein wichtiger Termin sein, da Potash seine Zahlen für das zweite Quartal bekanntgeben wird. Es ist damit zu rechnen, dass man zumindest in einem Nebensatz auf die Übernahmepläne eingeht. Es ist jedoch auch denkbar, dass Potash erstmals ein offizielles Angebot vorlegt. Denn auch die Potash-Aktionäre werden sich nicht ewig in Geduld üben.



