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Apple: Nokia Schicksal?

An zehn der vergangenen zwölf Handelstage hat die Apple-Aktie nachgegeben. Der S&P 500 wurde mit nach unten gezogen.

 

Börsen-Zeitung: Kein Fels in der Brandung, Kommentar zu Apple von Sebastian Schmid

Wer die Aktienkursentwicklung des Technologiekonzerns Apple beobachtet, könnte meinen, ein Schwergewicht in Schwierigkeiten zu beobachten. An zehn der vergangenen zwölf Handelstage hat die Apple-Aktie nachgegeben. Der S&P 500 wurde mit nach unten gezogen. Auf der anderen Seite war es Apple zu verdanken, dass Umsatz und Gewinn im Technologiesektor nicht in negatives Territorium abgedriftet sind. Bei aller Enttäuschung darüber, dass Apple in den Monaten April bis Juni nicht noch mehr Wachstum gezeigt hat, wächst der Konzern mit der höchsten Marktkapitalisierung der Welt noch immer kräftiger als alle vergleichbaren Schwergewichte der Branche.

 

Woher kommt also das aktuelle Zwischentief der Apple-Aktie? Es gibt eine ganze Reihe von Entwicklungen, die Apples künftige Wachstumsaussichten weniger rosig aussehen lassen. Da wäre die Abschwächung der chinesischen Konjunktur. Das Reich der Mitte ist für den iPhone-Anbieter der wichtigste Wachstumstreiber und generiert mehr als ein Viertel der Konzernerlöse. Einige Investoren zweifeln, ob das so weitergehen kann, da Chinas Wirtschaft schwächelt. CEO Tim Cook sieht das anders und bleibt "sehr optimistisch" für die Region.

 

Doch der Apple-CEO gilt ohnehin als erster Fan seines Unternehmens. So wie bei Bayern-Trainer Pep Guardiola immer alles "super, super" oder wenigstens "top" zu sein scheint, so ist auch bei Cook stets alles bestens - oder zumindest besser als erwartet, wie der Verkaufsstart der Apple Watch. Dass Cook dabei gerne mal in die Irre führt, schadet seiner Glaubwürdigkeit. So hatte er in der Telefonkonferenz erklärt, die Apple Watch habe im Juni den höchsten Monatsumsatz erzielt und damit - anders als von Analysten erwartet - erst zum Ende des Quartals.

 

Nun lügt Cook sicher nicht. Er lässt aber wichtige Informationen weg. So fand das Gros der Auslieferungen der Smartwatch zum Quartalsende statt. Selbst viele Kunden, die im April vorbestellt hatten, wurden wegen Produktionsproblemen erst sieben bis acht Wochen später beliefert. Bezahlt wurden die Uhren wenige Tage vor der Auslieferung, so dass auch dann erst der Umsatz sicher war.

 

Dazu, wie sich die Bestellzahlen entwickelt haben, sagt Cook nichts. Wie es um die Aussichten von neuen Produkten wie der Apple Watch oder dem Musikstreamingdienst Apple Music bestellt ist, müssen sich die Marktteilnehmer selbst zusammenreimen. In guten Zeiten verleiht dies dem Titeln Flügel. Verschlechtern sich die Rahmenbedingungen, schadet es. Die Apple-Aktie taugt eben nicht als Fels in der Brandung.

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