In Finanzkreisen halten sich hartnäckige Gerüchte, dass der Vertrag von Commerzbank-Chef Blessing nicht verlängert wird. Kleine Sensation: Ex-Deutsche-Bank Mann Rainer Neske soll an die Commerzbank Spitze rücken.
Machts Blessing noch mal? Die meist gestellte Frage bei der Commerzbank in diesen Tagen. Seit 2008 steht Martin Blessing an der Spitze der Commerzbank, nicht immer galt er für den Posten als geeignet. Nun kursieren Gerüchte über eine Vertragsverlängerung. Die Chancen, dass Blessing bleibt, schwinden demnach offenbar.
Gerüchte zu möglichen Nachfolgern Blessings an der Commerzbank-Spitze machten bereits die Runde. Nun aber wird darüber spekuliert, ob sein Vertrag, der im Oktober 2016 ausläuft, bald verlängert wird. Bei großen börsennotierten Konzernen ist es üblich, dass Verträge der Vorstände ein Jahr vor deren Auslaufen – so zeitig wie rechtlich möglich – verlängert werden. Oder auch nicht im Fall Blessing?
Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtete mit Verweis auf das Umfeld des Aufsichtsrats, dass Blessing ein neuer Vertrag angeboten werden solle. Doch nun dreht sich der Wind offenbar. Angeblich gilt jetzt Ex-Deutsche Bank Mann Rainer Neske als möglicher Favorit. Das wäre eine echte Sensation.
Neske passt gut zur Commerzbank. Auch zeitlich würde es gut passen: Am 30. Juni endete sein Vertrag als Vorstand der Privat- und Geschäftskundensparte bei der Deutschen Bank. Er hatte sich verpflichtet, ein Jahr lang bei keinem direkten Konkurrenten anzuheuern. Aber Herbst 2016 bei der Commerzbank wäre somit kein Problem.
Wie das "Handelsblatt" berichtete, verließ Neske die Deutsche Bank als "Good Leaver": als jemand, der bei seinem Abgang keinen Ärger macht. Gegen den Rat seines Anwalts habe er auf den Kampf um eine Abfindung für seinen zwei Jahre vorzeitig aufgelösten Vertrag verzichtet. Der 50-Jährige, der zuletzt 4,4 Millionen Euro im Jahr verdiente, zog die schnelle und schmerzfreie Trennung vor.



