Im ZDF rechtfertigt Til Schweiger das Projekt eines Asylantenheims welches er zusammen mit seinen Söldnerfreunden errichten will: "die können doch auch gut auf Flüchtlinge aufpassen". - Schweiger war in der Sendung offenbar nicht mehr ganz nüchtern. Kritische Nachfragen der ZDF-Moderatorin blieben aus.
Im "ZDFdonnerstalk" wurde Til Schweiger ausführlich zu seiner Idee, ein Asylantenheim zu errichten, befragt. Til stellte sich als der perfekte Gutmensch dar. Zwischendurch inszenierter Applaus. Selbst die Studiogäste sahen allerdings einen Schweiger, der nicht mehr ganz nüchtern war. Entschuldigen für seine vulgären Beleidigungen gegenüber Kritikern wollte sich der fast lallende Schauspieler nicht.
Befragt zu dem Widerspruch, dass sein Freund Jan Karras so etwas wie einen Söldnerdienst anbietet, antwortete Schweiger: "Die können dann auch gut auf Flüchtlinge aufpassen".
In der Sendung wurde nicht thematisiert, dass ein Flüchtlingsheim natürlich auch ein Rendite-trächtiges Investitionsobjekt ist. Dass die Käufer einer ehemaligen Bundeswehrkaserne in Osterode (Rommelkaserne) damit auch unmoralisch viel Geld verdienen möchten (siehe unten), war nebensächlich. Dass erst Til Schweiger das Projekt möglich machen würde (s.u.), nachdem es wegen der Söldnerfirma Zoff selbst bei den Linken gab, ging vollkommen unter.
Gezeigt wurden im "ZDFdonnerstalk" dagegen angebliche Minderjährige, die nach Deutschland gekommen sind. Mal abgesehen davon, dass es mittlerweile ein probates Mittel von Flüchtlingen ist, zu behaupten, dass man minderjährig sei, weil damit noch mehr Unterstützung lockt, behauptete ein angeblich Minderjähriger aus Syrien: "Ich bin zu Fuß nach Deutschland gekommen". (Ab ca. Minute ca. 8:30 "ZDFdonnerstalk")
Wie er die 3000 km Strecke zu Fuß zurückgelegt hat, wurde nicht hinterfragt. Typisch ZDF. Klar jedoch, dass die Familie nun nachziehen kann.
Ebenso wurde nicht hinterfragt, in welcher Weise der Mann angeblich mit dem Tod bedroht war. Stattdessen musikalische Mollklänge im Hintergrund.
Die ganze ZDF-Arie zielte darauf ab, die dubiose Konstruktion eines privat betriebenen Flüchtlingsheims voranzutreiben, um den Initiatoren, die schon vorher in die Kritik gerieten, zu schützen. Insofern war es eine öffentlich-rechtliche Werbeveranstaltung für die „Princess of Finkenwerder GmbH & Co KG“, die bis dato noch überhaupt keine Erfahrungen mit dem Betrieb eines Asylantenheims hatte.
Die Krönung war jedoch Schweiger-Freund Jan Karras, der ebenfalls im Studio saß. Karras ist pikanterweise Betreiber der Söldner-Firma "Greenzone Consulting" (siehe unten), die laut eigenen Aussagen bis zu 600 Söldner mit exzellenter Militär-Erfahrung für Auslandsdienste angeboten hatte. Die Internet-Seite wurde jedoch plötzlich vom Netz genommen. Warum?
Karras sagt tatsächlich ohne rot zu werden sinngemäß zu der Frage, warum er seine Internetseite vom Netz nahm: Er habe “vom Innenministerium den Hinweis bekommen”, dass in seine Richtung von Presseseite recherchiert wird “und es besser wäre in den Medien nicht aufzutauchen um das Projekt nicht zu gefährden”. (Ab ca. Minute 26:30 "ZDFdonnerstalk")
Diese Aussage wurde - wie könnte es beim ZDF anders sein - nicht hinterfragt. Gibt das Innenminsterium nun dubiosen Söldnerfirmen diskrete Hinweise, damit sie ohne öffentliche Kritik Rendite-trächtige Flüchtlingsheime eröffnen können?
Damit konfrontiert behauptet Schweiger, dass solche Firmen optimal seien, um auf Flüchtlinge aufzupassen. Auch diese Aussage natürlich ohne kritische Nachfragen der ZDF-Moderatorin. Damit wurde die Sendung ein Stück aus dem GEZwangsfinanzierten Tollhaus.
Ein Projekt, dass Millionen-Gewinne in Aussicht stellte. Hier noch mal der Hintergrund:
In Osterode / Südharz sollte eine der größten Flüchtlingsunterkünfte des Landes entstehen - auf dem Gelände der ehemaligen Rommel-Kaserne. Es geht um rund 600 Plätze für Flüchtlinge. Das Land Niedersachsen zahlt 8.200 Euro pro Flüchtling und Jahr. Das sind bei 600 Untergebrachten rund 4,9 Millionen Euro pro Jahr. Das wäre ein gutes Geschäft gewesen. Doch das Vorhaben geriet ins Stocken.
Die Kaserne wurde von einer Firma namens „Princess of Finkenwerder GmbH & Co KG“ übernommen. Unbestätigten Gerüchten zufolge ging die Immobilie für gut eine Millionen über den Tisch. Eine extrem gewninnbringende Investition also für die Betreiber. Doch es regte sich Widerstand.
Ein Partner von „Princess of Finkenwerder GmbH & Co KG“ ist nämlich gleichzeitig "Senior Adviser" (Berater) einer Firma namens "Greenzone Consulting": Jan Karras aus Hamburg. Karras wurde als Partner präsentiert beim Erwerb der ehemaligen Rommel-Kaserne.
Pikant: Die Firma "Greenzone Consulting" ist international im Sicherheitsgeschäft unterwegs, bietet "Sicherheitsdienstleistungen für Personen und Objekte - auch und gerade in Krisen- und Spannungsgebieten".
Greenzone Consulting ist also offenbar nichts anderes als eine Söldner-Agentur, die auf ihrer Webseite sogar mit einem kampferprobten Wüsten-Soldat warb. Angeblich könnten bis zu 600 Einsatzkräfte bereitgestellt werden, alles erfahrene ehemalige Militärangehörige. Der ideale Partner also für die Errichtung eines Flüchtlingsheims? Wohl kaum. Und damit fingen die Probleme an.
Als erste Akton wurde offenbar die Webseite von Greenzone Consulting plötzlich vom Netz genommen, ist nicht erreichbar. Zufall? - Und wem gehört greenzone-consulting.de? Laut denic Register gehört die Domain Jan Karras und wurde erst im Juni aktualisiert. Warum ist sie dann aktuell offline? Will man etwas vertuschen?
Screenshot von Greenzone Consulting
Zitat auf der inzwischen gelöschten Webseite:
Westliches, internationales und einheimisches Sicherheitspersonal
Das Sicherheitspersonal wird von uns überprüft, ausgebildet, ausgerüstet, eingesetzt und geführt.
Die westlichen Einsatzleiter sind erfahrene ehemalige Angehörige westlicher Streitkräfte und Sicherheitsbehörden. Die internationalen Einsatzkräfte sind allesamt erfahrene ehemalige Militärangehörige.
Es können bis zu ca. 600 internationale Einsatzkräfte bereitgestellt werden.
Wieso ist www.greenzone-consulting.de nicht mehr erreichbar? Was will man verbergen? Und was wusste Til Schweiger?
Die wieder hergestellte Webseite HIER
Kritik von der Linken
Noch im März drohte das Flüchtlingsgeschäft wegen Greenzone zu scheitern. Proteste kamen vor allem von den Linken. Für den Abgeordneten der Linken im Osteroder Kreistag, Frank Kosching, ist die Firmen-Konstrukion nicht hinnehmbar. Es könne nicht sein, dass ein Unternehmen eine Flüchtlingsunterkunft betreibe, das Kontakte zu einem Sicherheitsdienst unterhalte, der "unter anderem Söldner in Konfliktgebieten bereitstellt", sagt Kosching.
Zugleich sprach er gegenüber NDR Info von einer Zumutung gegenüber den künftigen Flüchtlingen in der Unterkunft. Der Kreistagsabgeordnete stellt zudem Fragen in Richtung Hannover: "Was wusste man im Innenministerium?" Es sei außerdem zu fragen, wie es angehen kann, dass in einem so sensiblen Bereich mit einem derartigen Unternehmen eine Zusammenarbeit geplant werden könne.
Til Schweiger als Promoter?
Der lukrative Deal mit der Rommel-Kaserne drohte also offensichtlich zu scheitern. Ohne Flüchtlinge ist die Schrottimmobilie wertlos.
Und jetzt kommt Til Schweiger ins Spiel. Sollte er das Projekt offenbar retten, in dem er seinen Namen in die Waagschale wirft? Anfang August verkündete der Schauspieler in der "Bild am Sonntag": „Ich werde mit Freunden zusammen ein Flüchtlingsheim aufbauen“. Anfang 2014 haben die Freunde demnach die Rommel-Kaserne in Osterode am Harz gekauft. „Wir wollen ein Vorzeige-Flüchtlingsheim bauen."
Zählt der "Senior Adviser" der Söldnerfirma "Greenzone Consulting" etwa zu seinen Freunden? Dazu äußerte sich Schweiger bisher nicht. Stattdessen beschimpft er seine Kritiker auf übelste vulgäre Weise und bezichtigt sie als Nazis.
Man kann es auch so sehen: Greenzone Consulting unterstützt mit seinem privatem Militärpersonal dubiose Politiker und Diktaturen, welche erst zu Flüchtlingsströmen führen. Diese werden dann gleich geschäftsträchtig in die ehemalige Rommelkaserne überführt. Ein Geschäftsmodell, dass Sinn machen würde - und beinahe gescheitert wäre, gäbe es da nicht Til Schweiger.
Unterdessen scheint das gewinnträchtige Ziel der Errichtung eines Flüchtlingsheims fast erreicht. Seit Til Schweiger dabei ist reagieren die Politiker prompt. Alle Türen öffneten sich plötzlich. Kein Wort mehr über das merkwürdige Firmenkonstrukt mit den Söldnern. Schweiger traf sogar Wirtschaftsminister Gabriel, um bei einem Gläschen Wein über die Flüchtlingsproblematik zu plaudern. Ob dabei auch die Mietkonditionen für die Rommel-Kaserne verhandelt wurden, darüber schweigt sich Schweiger aus.
Doch Fragen bleiben:
- Hat Til Schweiger Geld kassiert, um das Projekt mit seinem Namen zu verknüpfen?
- Woher und wie lange kennt er die Betreiber?
- Wieviel Kapital hat er selbst investiert?
- Welche Beziehung hat er zu diesen "Freunden".
- Warum wurde die Seite www.greenzone-consulting.de vom Netz genommen?
- Welche Beziehung hat Schweiger zu der Söldnerfirma?
Das wären doch mal Antworten, die Schweiger auf seiner Facebookseite posten könnte, anstatt Kritik vulgär zu kontern mit: "ich scheiss auf euch und zieh mein Ding durch!!!!"




