Die Weltbörsen heute wieder mit Absturz. Angebliche Sorgen wegen China schicken die Kurse auf Talfahrt. Doch die Ursachen für den Kurssturz liegen möglicherweise woanders. - Gold stabil. Banken wanken wieder. Euro höher?
Angeblich enttäuschende Konjunkturdaten aus China haben am Dienstag die Börsen weltweit deutlich ins Minus gezogen. Auslöser war eine Umfrage zu den Geschäften der chinesischen Industrie. Deren Geschäfte liefen demnach im August so schlecht wie seit sechs Jahren nicht mehr. Das nährte aufs Neue Sorgen um die Entwicklung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft, die bereits seit Wochen auf den Aktienmärkten lasten.
Doch das Börsen-Beben könnte auch andere Ursachen haben: Die Notenbanken bekommen die Situation nicht mehr in den Griff. Es droht ein weltweiter deflatorischer Schock. Besonders bei den Emerging Markets sind seit Monaten kontraktive Tendenzen zu erkennen. Die Währungen dort sind im freien Fall.
Der Absturz der Rohstoffpreise - insbesondere beim Öl - könnte die deflatorischen Tendenzen weltweit noch verstärken - bis hin zu Staatspleiten einzelner rohstoffabhängiger Länder inklusive Russland. Dieses Szenario könnte ungeahnte Konsequenzen haben und es ist fraglich, ob Notenbanken hier noch mal gegensteuern können.
Vor diesem Hintergrund ist beachtlich, dass sich Gold der Abwärtstendenz entziehen kann. Dies wird gleichzeitig auch als Warnsignal gedeutet. Es könnte sein, dass sich die Finanzkrise von 2008 wiederholt, dieses mal jedoch mit schlimmeren Folgen.
Beim DAX waren heute Zykliker wie Autos und Chemie unter den größten Verlierern. Aber auch die Finanztitel wurden hart getroffen. Commerzbank notierten erstmals wieder gut unter 10 Euro und auch die Deutsche Bank mit herben Verlusten. Sollte sich die Finanzkrise tatsächlich wiederholen, dürfte insbesondere der Finanzsektor hart unter Beschuss kommen.
Der Euro zeigt sich relativ stabil. Eine Zinserhöhung in den USA rückt in immer weitere Ferne, so dass manche Marktbeobachter davon ausgehen, dass der Euro demnächst wieder steigt. Dies könnte jedoch eine zusätzliche Belastung für die EU-Börsen werden.



