Kosovo fordert Bürger auf im Land zu bleiben - Außenminister und Vize-Premier Thaçi sieht keinen Grund aus dem Balkan-Land zu flüchten. - Dänemark stoppt Zugverkehr nach Deutschland.
Die Regierung des Kosovo fordert ihre Bürger auf, nicht als Asylbewerber nach Westeuropa zu gehen. "Ich bitte unsere Bürger um Geduld und in ihrem Land zu bleiben", sagte Außenminister und Vize-Premier Hashim Thaçi dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe). "Die Situation ist stabil. Kosovo ist ein normales Land in Europa. Es gibt keine sozialen Gründe, Asyl in Westeuropa zu suchen."
Kosovo ist neben Albanien und Montenegro eines der wichtigsten Ursprungsländer für Asylbewerber. Im ersten Halbjahr kamen 45 Prozent aller Asylsuchenden vom Westbalkan. "Kosovo ist ein sicheres Land, in dem die Menschenrechte respektiert werden", sagte der 47jährige Politiker. "Es gibt keinen Grund, als Asylbewerber nach Deutschland zu gehen."
Der kosovarische Vizepremier unterstützt Deutschland mit seiner Forderung nach festen Quoten für die Verteilung der Flüchtlinge in Europa. "Es ist gerecht zu erwarten, dass alle Länder die Lasten der Flüchtlinge gemeinsam teilen", sagte Thaçi. Es werde durch die solidarische Reaktion der Bürger immer klarer, dass es eine Bereitschaft zwischen den europäischen Nationen gibt, die Belastung zu teilen. "Die Flüchtlinge brauchen eine schnelle Hilfe und können nicht auf langwierige Verhandlungen und Entscheidungen warten", warnte der Außenminister.
Flüchtlinkskrise: Dänemark stoppt Zugverkehr nach Deutschland
Die Dänische Bahn DSB hat die Zugverbindungen nach Deutschland gekappt. "Es ist derzeit nicht möglich, von und nach Deutschland mit dem Zug zu reisen", teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Grund seien die Passkontrollen an der Grenze.
Der Eurocity 387 aus Aarhus wurde am Nachmittag am Flensburger Bahnhof mit 90 Minuten Verspätung angekündigt. Grund seien "Polizeiliche Ermittlungen", so die Deutsche Bahn in der automatischen Verspätungsanzeige im Internet.
Offenbar will die dänische Bahngesellschaft die entstehenden Verzögerungen im Betriebsablauf umgehen. In Rødby auf der Insel Lolland weigerten sich beispielsweise Dutzende Flüchtlinge, aus dem Zug auszusteigen, weil sie eigentlich nach Schweden weiterreisen wollten.



