Goldpreis steigt nach Fed-Entscheidung auf 2-Wochenhoch. Dollar schwächer. Yellen gab auch keinen klaren Hinweis darauf, dass eine Zinserhöhung unmittelbar bevorstehe.
Von Commerzbank Commodity Research
Der Goldpreis ist gestern Abend auf ein 2-Wochenhoch von gut 1.130 USD je Feinunze gestiegen, was der Abwertung des US-Dollars geschuldet war. Die US-Notenbank Fed hat wie von uns erwartet die Zinsen gestern noch nicht angehoben.
Die jüngsten Turbulenzen in den Entwicklungsländern, die erhöhte Volatilität an den Finanzmärkten und die niedrige Inflationsrate in den USA haben die Fed wohl davon abgehalten, die Zinsen zu erhöhen. Die Fed-Vorsitzende Yellen betonte zudem die negativen Auswirkungen des starken US-Dollars auf die Inflation.
Sie gab auch keinen klaren Hinweis darauf, dass eine Zinserhöhung unmittelbar bevorstehe. Sie verwies aber auf die Mehrheit der FOMC-Mitglieder, die den Beginn von Zinserhöhungen noch in diesem Jahr erwarten. Unsere Volkswirte halten den Start im Dezember für wahrscheinlicher als im Oktober, da dann eine Reihe weiterer Konjunkturdaten – vor allem Arbeitsmarktberichte – vorliegen, um die Lage besser einschätzen zu können.
Bis zur ersten Zinserhöhung dürfte sich der Goldpreis unseres Erachtens wie schon in den letzten Wochen in einer relativ engen Handelsspanne seitwärts bewegen. Unterdessen zeigt sich die physische Goldnachfrage in Indien offenbar schwach. Handelskreisen zufolge betrug der Abschlag der Goldpreise dort gegenüber den Weltmarktpreisen in London diese Woche schon bis zu 10 USD je Feinunze. Angesichts der bevorstehenden Feiertagssaison ist die Höhe des Discounts überraschend.



