An der Börse sind neben BMW und Daimler besonders Volkswagen und K+S drastisch unter die Räder gekommen. Sind die Werte jetzt ein spekulativer Kauf?
Via Sicheres Vermögen
Einige Leser mailten uns, dass sie VW gerne kaufen würden und was wir davon halten. Bevor wir jede Mail einzeln beantworten, ein kurzes Update für alle.
Die VW-Aktie wurde heute zum Handelsbeginn schon für unter 100 Euro gehandelt und schoss danach auf fast 110 nach oben.
Die extreme Volatilität sagt eigentlich alles. Nämlich, dass die Aktie nun ein Spielball von Spekulanten geworden ist. Fakt ist, dass die Folgen des Abgas-Manipulationsskandals, sowohl in finanzieller, als auch in Sachen Image, noch nicht abschließend abzuschätzen sind. Eine objektive Bewertung ist aus fundamentalen Gründen derzeit einfach nicht möglich!
Es gibt zu viele offene Fragen:
Fällt eventuell die Dividende nächstes Jahr aus? Kann es gar das Überleben des Konzerns in seiner aktuellen Struktur gefährden? Welche Klagen kommen nach? Wie hoch werden die Strafen sein? Was wusste Winterkorn? Macht er trotzdem weiter?
Betrachtet man den kompletten VW-Konzern mit seinen 10 Marken, dann dürften die Einzelteile von VW deutlich mehr wert sein, als die aktuellen circa 100 Euro je Aktie. Aber dies spielt im Worst Case, welches der Markt nun erst einmal einpreist, keine Rolle.
Wir könnten uns auch durchaus vorstellen, dass einige Hedge Fonds, die beim damaligen Kurshype von VW, als die Aktie im Oktober 2008 in wenigen Tagen durch die vermutliche Manipulation von Porsche auf über 1.000 Euro stieg, nun zum Gegenschlag ausholen. Viele der Profianleger gingen damals Pleite oder haben herbe Verluste mit VW erlitten, da sie die Aktie nach dem heftigen Kursanstieg geshortet hatten und mit andauerndem Kursanstieg „gegrillt“ wurden. Adolf Merckle beging wenige Monate später sogar Selbstmord, da er den Großteil seines Vermögens mit VW-Shortspekulationen verlor. Hier ein paar alte Artikel von damals:
Es ist daher anzunehmen, dass viele dieser Anleger das damalige Vorgehen nicht vergessen haben und nun VW am liebsten am Boden sehen würden.
Daher ist es für uns nicht abschätzbar, wie die Sache enden wird. Geht es gut aus für VW, ist die Aktie auf aktuellem Niveau wahrscheinlich ein Schnäppchen – auch wenn die Absatzprobleme in China fundamental generell gegen Autoaktien sprechen.
K+S:
Neben VW ist auch K+S in den letzten Tagen deutlich unter die Räder geraten. Die Aktie fiel auf circa 30 Euro zurück, nachdem Mitbewerber Mosaic negative Ausblicke vorlegte. Der Markt dürfte nun eher daran zweifeln, ob Potash noch ein offizielles Übernahmeangebot für k+s abgibt. Wir selbst halten jedoch an unserer kleinen Spekulation bei kK+S fest und verkaufen unsere Aktien nicht.
Denn eines ist klar: Je weiter der Kurs fällt, desto höher wird der Druck auf Vorstand Steiner, da ein Übernahmeangebot in Höhe von 41 Euro dann immer attraktiver wird. Viele Investoren machen inzwischen aus ihrer Zustimmung zu einem solchen Angebot keinen Hehl mehr. „Wir würden ein offizielles Angebot von Potash begrüßen - selbst wenn es feindlich wäre", sagte auch Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), einer Interessenvereinigung für Privatanleger.



