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SPON-Bento: Kopftuch ein feministisches Zeichen

Die Jugendausgabe von SPIEGEL ONLINE "Bento" setzt zur finalen Gehirnwäsche an: In einem aktuellen Artikel wird das Tragen des Kopftuchs unwidersprochen als "feministisches Zeichen" interpretiert. Frauenrechtler, Grüne und Alice Schwarzer schweigen.

 

Im Jahr 2007 titelte der SPIEGEL noch:

"Mekka Deutschland - Die stille Islamisierung":

Titelbild

 

Solche Titel sind wegen totalitärer Political Correctness heute wohl kaum noch denkbar. Stattdessen werden antiquierte, archaisch-religiöse Bräuche als das Gegenteil von dem verkauft, was sie sind: teilweise menschenverachtend.

 

So huldigt "Bento" - die Jugendausgabe von SPIEGEL ONLINE neuerdings das Tragen eines Kopftuchs mit der Überschrift:

"Ich setze mit dem Kopftuch ein feministisches Zeichen"

Wie sowas möglich ist, wird natürlich nicht hinterfragt. Frauenrechtler, die sonst bei jeder Gelegenheit aufschreien, haben offenbar Redeverbot, denn schließlich geht es hier um Gebräuche des Islam - und der genießt in Deutschland bekanntlich Artenschutz.

 

Frauenrechtler, Grüne und Alice Schwarzer schweigen. Dass das Tragen eines Kopftuchs Symbol der Unterdrückung von Frauen ist, wird in dem Artikel nicht mit einem Wort thematisiert.

 

Im Gegenteil: So darf eine Huda Edelbrock ohne Gegenrede und ohne kritsches Hinterfragen folgendes sagen:

Das Kopftuch ist für mich vor allem ein Dienst an Gott, da es so im Koran vorgeschrieben ist. Zudem gibt es mir Selbstbewusstsein. Gleichzeitig setze ich mit dem Kopftuch auch ein feministisches Zeichen: Frauen werden eben nicht nur durch ihr Äußeres definiert. Mein Umfeld reagiert oft eher negativ, anfangs habe ich deswegen oft an mir gezweifelt. In der Schule haben mich zum Beispiel einige Mitschüler oft als “Turban Tussi” bezeichnet.

Selbstverständlich sind Kommentare unter diesem Artikel nicht erlaubt. Wo kämen wir da hin, wenn man dazu seine Meinung posten könnte? Immerhin kann der verblüffte Leser seine Meinung per Mail an die Redaktion schicken (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Was damit jedoch passiert, bleibt im Dunkeln. Möglicherweise veröffentlichen die Meinungsvorgeber morgen dann einige positive Zuschriften. Alles andere wäre verwunderlich.

 

Wenn das Kopftuch ein Zeichen von Feminismus ist, ist dann die Burka der Inbegriff des Feminismus? Wahrscheinlich werden wir dies dann im nächsten Jahr bei SPIEGEL lesen.

 

Im übrigen wäre es kaum vorstellbar, dass der SPIEGEL eine Lobeshymne auf antiquierte Lebensformen von Christen schreiben würde. Beim Christentum dürfen sich die SPIEGEL-Redakteure bekanntlich austoben, da hagelt es bei noch so kleinen Skandalen dicke Schlagzeilen an Kritik. - Kritik am Islam jedoch ist ein Tabu. Das hat mit Journalismus nichts mehr zu tun sondern nur noch mit billiger Meinungsmache.

 

Ob solche Formen von Zeilenschinderei beim adressierten jungen Publikum jedoch ankommen, darf bezweifelt werden. Vielleicht merkts "Bento" ja demnächst an den Einschaltquoten.

 

Gastautorin ALEXANDRA MÜNCH kommentiert bei Akif Pirinçci

 

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, LIEBE SPIEGEL-ONLINE-REDAKTION!

Ich gratuliere euch von ganzem Herzen zum heuchlerischsten Artikel des Monats. Das schafft nicht jeder, denn gutmenschlich ist man neuerdings zwar gern, aber so verzweifelt und zitternd an seinem schlechtbezahlten Drehstuhl zu kleben, dass man eine frauenverachtende Religion lobpreist, traut sich nicht jeder.

 

Der Artikel beginnt mit der nett aussehenden Huda Edelbrock, die auf dem Foto zwar verdächtig verhüllt aussieht, aber sympathisch in die Kamera lächelt, um den Leser klar zu machen: Es gibt keine unglücklichen kopftuchtragenden Frauen, und das Kopftuch ist ein Segen. Für Huda ist das Kopftuch „ein Dienst an Gott, da es so im Koran vorgeschrieben ist.“

 

Die Autorin des Artikels hat die angebliche Liebe zur Religion als Argument für diese Frauen ganz clever an den Anfang gestellt. Es ist ein Totschlag – Argument, weil es vermitteln soll: Wer sich gegen dieses Argument stellt, hat etwas gegen die freie Ausübung der Religion, und religiös sind wir ja schließlich alle ein bisschen. Damit es aber ja nicht zu überholt wirkt, und der aufgeklärte Leser nicht auf falsche Gedanken kommt, legt Huda mit ihren Argumenten gleich nach: „Gleichzeitig setzte ich mit dem Kopftuch auch ein feministisches Zeichen. Frauen werden eben nicht nur durch ihr Äußeres definiert.“

 

Als ich das gelesen habe, bin ich fast vom Stuhl gekippt. Dein Ernst, Huda? Deine Kopftuchtragerei hat mit Feminismus genau so viel zu tun wie die Atombombe mit Friedenssicherung. Feminismus bedeutet eben gerade nicht, sich dem Mann unterzuordnen, indem man so ein hässliches Ding auf dem Kopf trägt, sondern es bedeutet ein freies Leben nach den eigenen Vorstellungen zu führen, und Frauen haben dafür viele Jahre gekämpft.

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