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Forscher: Pegida in Teilen Terroristen - Maas: Gefahr für Menschen

Maas: Pegida wird zur Gefahr für immer mehr Menschen. - Ein Migrationsforscher hat Teilen von Pegida Terrorismus und Methoden der organisierten Kriminalität vorgeworfen.

 

Justizminister Heiko Maas sieht in der Pegida-Bewegung eine wachsende Gefahr für immer mehr Menschen. "Wer Galgen baut und Menschen daran baumeln sehen will, setzt Hemmschwellen herab", so Maas in einem Gastbeitrag für "Spiegel Online".

Gewalt beginne mit Worten, warnte der Justizminister. "Brennende Flüchtlingsheime, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die bedroht werden und der Mordanschlag auf Kölns Oberbürgermeister-Kandidatin sind die Wirkung dieses Pegida-Giftes." Der Rechtsstaat und die schweigende Mehrheit im Land dürften die wachsende Gewalt nicht hinnehmen.

"Justiz, Polizei und Verfassungsschutz müssen Härte gegen Hetzer zeigen, und unsere Gesellschaft braucht einen neuen Aufstand der Anständigen", forderte Maas. Die Anhänger von Pegida seien "alles andere als Patrioten". "Wer noch einen Funken Anstand im Leib hat, der kann nach Galgen, KZ-Rede und dem Kölner Mordanschlag bei Pegida nicht mehr mitmarschieren. Wer es dennoch tut, ist kein Mitläufer mehr, sondern trägt moralische Mitverantwortung für die Gewalt, die von dieser Hetze ausgeht", so Maas.

 

Migrationsforscher wirft Teilen von Pegida Terrorismus vor

Der Migrationsforscher Wolfgang Kaschuba hat Teilen von Pegida Terrorismus und Methoden der organisierten Kriminalität vorgeworfen. Die Politik rief er dazu auf, dies nicht länger zu verharmlosen: "Gewaltaufrufe und Brandanschläge sind blanker Terrorismus", sagte der Direktor des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt-Universität in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "In jedem andern Feld würden wir das auch so nennen."

Pegida und seine Ableger arbeiteten mit Drohungen, Einschüchterung und Nötigung. "Man kann Landräte und Bürgermeister nicht mehr verstehen, wenn sie in solchen Fällen lediglich von `Asylgegnern` sprechen", sagte Kaschuba. Auf der Straße sammele sich "ein asozialer Mob". Dabei sei es "geradezu grotesk, wenn etwa Pegida-Leute in Dresden ihre christliche Leitkultur schützen wollen, ohne jemals in einer Kirche gewesen zu sein".

Er habe keine Zweifel, dass Deutschland die gegenwärtige Zuwanderung verarbeiten könne, betonte der Institutsleiter. "Deutschland ist seit mindestens drei Jahrhunderten ein Migrationsland. Millionen Menschen sind ausgewandert, Millionen Menschen sind eingewandert." #

Diese Erfahrungen säßen tief. Beispielsweise sei die Integration von Abermillionen Vertriebenen erst nach Jahrzehnten abgeschlossen gewesen, aber letztlich ein Erfolgsmodell geworden. Auch diese Zuwanderer seien in der Nachkriegszeit keineswegs als Deutsche wahrgenommen worden.

"Wenn in bayerische Dörfer, die vorher rein katholisch waren, massenweise Protestanten einzogen, hatten die Bewohner ganz ähnliche Gedanken wie wenn heute von der Furcht vor Islamisierung die Rede ist", erinnerte Kaschuba an Phasen der massiven Ablehnung.

Der Professor stellte sich demonstrativ und vorbehaltlos hinter die Asylpolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Ihr Schritt, die Menschen, die kommen, zu begrüßen statt zu beklagen, war mutig - und er war hochgradig realitätsbewusst: Migration gehört zu unserem Alltag. Sie hat mich damit sehr beeindruckt", sagte Kaschuba.

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