Die Ukraine wird ihre Staatsschulden bei Russland nicht begleichen, wenn Moskau nicht vorher einer Umschuldung zustimmt. Das sagte der ukrainische Premierminister Arseni Jazenjuk dem Hansdelsblatt.
Die Ukraine wird ihre Staatsschulden bei Russland nicht begleichen, wenn Moskau nicht vorher einer Umschuldung zustimmt. Das sagte der ukrainische Premierminister Arseni Jazenjuk dem Hansdelsblatt (Montagsausgabe). Lenke Russland in den laufenden Verhandlungen nicht ein, „dann werden wir ein Schuldenmoratorium verhängen und den Kredit nicht bedienen“, kündigte Jazenjuk an. „Wir können Russland nicht anders behandeln als die übrigen internationalen Gläubiger“, begründete der Premier die Maßnahme. Bis 29. Oktober läuft noch die Verhandlungsfrist über eine Umschuldung.
Dabei geht es um einen drei Milliarden Dollar umfassenden Kredit, den Russland kurz vor dem Sturz des damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch dem Nachbarland im Form eines von Russland gekauften ukrainischen Eurobonds zur Verfügung gestellt hatte.
Vor Kurzem hatte sich Kiew mit! den anderen Gläubigern über eine Umschuldung geeinigt, darunter waren große amerikanische Fonds. Die Ukraine hatte so einen Staatsbankrott abgewendet und die Auszahlung eines milliardenschweren Hilfspakets des Internationalen Währungsfonds (IWF) ermöglicht.
Jazenjuk stellte dabei klar: „Diese drei Milliarden Dollar waren doch in Wirklichkeit Schmiergeld aus Russland, dafür dass der damalige Präsident Viktor Janukowitsch das Assoziierungsabkommen mit der EU stoppte.“



