Goldpreis stark unter Druck, Zinserhöhung in den USA wird immer wahrscheinliche. Euro schwach.
Von Commerzbank Commodity Research
Der Goldpreis ist am Freitag auf ein 3-Monatstief von 1.086 USD je Feinunze gefallen und näherte sich damit seinem Mehrjahrestief von Ende Juli. Heute Morgen handelt er nur leicht erholt weiter unter der Marke von 1.100 USD. Der Preisrückgang war dem festen US-Dollar nach überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten geschuldet.
In Euro gerechnet blieb Gold nahezu stabil bei etwa 1.015 EUR je Feinunze. In den USA wurden im Oktober 271 Tsd. neue Stellen geschaffen und die Arbeitslosenquote ist auf 5,0% gefallen. Zudem kam es zu einem recht kräftigen Anstieg der Stundenlöhne. Die US-Wirtschaft scheint mit dem globalen Gegenwind gut zurechtzukommen, wobei die Stärke der Binnenwirtschaft offenbar die Probleme des verarbeitenden Gewerbes ausgleicht.
Damit steht die Tür für eine erste Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im Dezember weit offen. Gemäß Fed Fund Futures geht der Markt nun mit einer Wahrscheinlichkeit von 70% davon aus, dass die Fed im Dezember die Zinsen anhebt. In Anbetracht dieser Aussichten ziehen sich auch die ETF-Investoren bei Gold weiter zurück.
Die Gold-ETFs verzeichneten am Freitag den sechsten Tagesabfluss in Folge und deren Bestände wurden alleine in der letzten Woche um fast 27 Tonnen abgebaut. Zum jüngsten Preisrückgang haben auch die spekulativen Finanzinvestoren beigetragen, die ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 3. November um über 41% auf 67,2 Tsd. Kontrakte reduziert haben. In den Tagen danach dürfte es zu einem weiteren Abbau gekommen sein.



