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Verfassungsschutz: Islamisten rekrutieren Flüchtlinge

Verfassungsschutz warnt davor, dass Islamisten in Deutschland Flüchtlinge anwerben. Es seien schon mehr als 100 solche Fälle bekannt. Er bat die Bürger, die Augen aufzuhalten. - Aussagen wurden vor den Anschlägen von Paris gemacht.

 

Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Maaßen, warnt davor, dass Islamisten in Deutschland Flüchtlinge anwerben. Es seien schon mehr als 100 solche Fälle bekannt. Er bat die Bürger, die Augen aufzuhalten.

 

"Wir stellen fest, dass Islamisten in Aufnahmeeinrichtungen gezielt Kontakt mit Flüchtlingen aufnehmen", sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auf die Frage, ob sich Terroristen unter die Flüchtlinge mischten, antwortete der Verfassungsschutzpräsident: "Es ist möglich, dass mit den Flüchtlingen auch Terroristen kommen, aber wir halten das für weniger wahrscheinlich." Das Interview für die Samstagsausgaben wurde offensichtlich vor den Anschlägen von Paris geführt.

 

Radikale Moscheen begriffen den Flüchtlingszustrom "als Chance, Menschen für sich zu rekrutieren", sagte Maaßen. Die einen wollten helfen und brächten traditionelle Bekleidung oder den Koran. "Die anderen sprechen Flüchtlinge an, um sie in ihr islamistisches Netzwerk einzubinden", sagte der Amtsleiter.

 

Maaßen berichtete zugleich, dass die Sicherheitsbehörden nahezu wöchentlich Hinweise darauf bekämen, dass unter den Flüchtlingen "auch Personen sein könnten, die über Erfahrung mit Waffen verfügen oder mit einem Kampfauftrag nach Deutschland kommen". Allerdings seien die Flüchtlingsrouten ausgesprochen gefährlich. "Es wäre risikoreich und untypisch, dass Personen mit Kampfauftrag in einem Seelenverkäufer von der Türkei auf eine griechische Insel übersetzen."

 

Die Sicherheitsbehörden seien bei der Aufklärung auch auf den einzelnen Bürger angewiesen. "Wer Verdächtiges bemerkt, sollte unbedingt zur Polizei gehen", betonte Maaßen. "Jeder Hinweis auf konkrete Tatplanungen – das gilt für Rechtsextremisten genauso wie für Islamisten – hilft den Behörden und trägt zur Sicherheit bei."

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