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Kernfusion in Greifswald: Wissenschaftler spielen Gott

In Greifswald soll heute hinter 1,80 Meter dicken Betonwänden des Forschungsprojekts "Wendelstein 7-X" die Energiegewinnung auf der Sonne nachgestellt werden.  Man will eine 100 Millionen Grad heiße Atomsuppe minutenlang kontrollieren.

 

Energiegewinnung wie auf der Sonne: Kann der Mensch die Kernfusion bändigen, die unsere Sonne scheinen lässt? im  Kernfusionsexperiment "Wendelstein 7-X" in Greifswald soll das ab heute getestet werden. Alle technischen Voraussetzungen beim Greifswalder Max-Planck-Institut für Plasmaphysik seien erfüllt, nun könnten die Experimente starten. Bei der Kernfusion soll Energie wie auf der Sonne durch die Verschmelzung von Atomkernen erzeugt werden.

 

Nebenwirkungen

Das Projekt ist nicht umunstritten: Kritisiert werden die enorm hohen Kosten und die – wenn auch im viel geringerem Umfang als bei der Kernspaltung – anfallenden radioaktiven Abfälle.

Wissenschaftler des TÜV Rheinland hatten im Auftrag des Landesamts die technischen Voraussetzungen geprüft. Vor gut 19 Jahren war der erste Antrag auf Errichtung der Anlage für das Kernfusionsexperiment in Mecklenburg-Vorpommern gestellt worden. "Wendelstein 7-X" ist neben einer Anlage in Japan das weltweit größte Fusionsexperiment vom Typ "Stellarator".

 

ALFA begrüßt die Erforschung von Zukunftstechnologien
 
 "Gut, dass die Grünen sich nicht durchsetzen konnten", reagierte Dr. Brigitte Stöhr, ALFA-Landesvorsitzende in Bayern, auf die Nachricht, dass der Forschungsreaktor in Greifswald heute angefahren werden kann. "Wind und Sonne allein werden unsere Energieversorgung nicht sicherstellen können, es fehlt immer noch eine Antwort auf die Frage nach der Grundversorgung." Deshalb sei die Erforschung emissionsarmer Stromerzeugungstechnologien wichtig, so Dr. Stöhr, die selbst Naturwissenschaftlerin ist.
 
 
"Die Kernfusion hat das Potenzial, in der Zukunft das Energieproblem der Menschheit zu lösen. Deshalb sollte die Erforschung dieser innovativen Technik gefördert werden" erläutert sie weiter. Die Kernfusion sei den sogenannten "erneuerbaren Energiequellen" vergleichbar, weil Wasserstoff als Grundstoff quasi unbegrenzt zur Verfügung stehen. Deshalb sei es völlig unverständlich und rein ideologisch begründet, dass sie von den Grünen abgelehnt wird.
 
 
Die Innovationsfeindlichkeit der Grünen und ihrer "sozial- und christdemokratischen Nachplapperer" verhindere derzeit eine echte Energiewende. Stattdessen werde der Bürger über die EEG-Umlage und den Einsatz unüberschaubarer Steuermittel geschröpft, damit einzelne Lobbygruppen ihre romantisch-verklärten Vorstellungen von der Rückkehr zur "guten alten Zeit der Windmühlen" realisieren könnten.
 
 
Dr. Stöhr sprach sich abschließend dafür aus, auch in Bayern die Kernforschung weiterhin positiv zu begleiten, zum Beispiel am Standort Garching. "Auch wenn in Deutschland die Nutzung der Kernenergie wohl zu Ende gehen wird, als Hochtechnologieland sollten wir hier unser Know-How erhalten."  Sie verwies darauf, dass viele Staaten der EU auch in Zukunft Kernenergie nutzen werden und sogar aktuell neue Kraftwerke bauen wollen. 
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