Die weltweite Kritik an der Politik der offenen Grenzen in Deutschland und den damit in Zusammenhang gebrachten Übergriffen zu Silvester reißt nicht ab. Da muss SPIEGEL Online einschreiten. Urteil: Das sind alles Rechtspopulisten.
Von Dietmar Kleinert
Die Welt verhöhnt Deutschland. Motto: Eine Politik der offenen Grenzen führt zwangsläufig zu Problemen. Die Ereignisse zu Silvester werden in direktem Zusammenhang dazu gesehen.
Das kann der SPIEGEL so natürlich nicht stehen lassen. Urteil: das sind alles Rechtspopulisten.
Titel also:
Übergriffe in Köln: Rechtspopulisten weltweit verhöhnen "naives" Deutschland
So einfach ist die SPIEGEL-Welt. Und weil man sich natürlich nicht in die politisch korrekte Suppe spucken lassen will, heißt es unter dem Artikel:
Liebe Leserinnen und Leser,
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So künstlich heil ist die SPIEGEL-Welt also. Kritik unter dem Artikel könnte ja schließlich "Rechtspopulisten" Raum bieten. Das geht ja gar nicht. Die Welt eines SPIEGEL-Redakteurs lässt das nicht zu. Sein Wort ist Gesetz. Seinen Artikeln darf nicht widersprochen werden. Schöne neue SPIEGEL-Welt. Erinnert irgendwie an Hitler in seinem Führerbunker kurz vor '45. Der Vergleich hinkt natürlich: Der Führer ließ Kritiker bekanntlich sofort beseitigen.
Glaubt denn irgendjemand in der SPIEGEL-Redaktion im Ernst noch daran, damit irgendwie Empörung zu erzeugen? Wird der Begriff "Rechtspopulismus" mittlerweile nicht Tausendfach benutzt, abgenutzt? Wen interessiert denn eigentlich noch, was der SPIEGEL als links oder rechts einordnet?
Für den SPIEGEL ist jetzt die ganze Welt eine rechtspopulistische Angelegenheit, besonders dann, wenn den internen Vorgaben nicht Genüge getan wird. Leider kümmert es die Welt und andere Journalisten wenig, was der SPON für politisch korrekt hält und was nicht. Im Prinzip gilt beim SPIEGEL: Artikel, unter denen die Kommentarfunktion gesperrt ist, braucht man gar nicht mehr zu lesen.
Hier einige Auszüge aus der "rechtspopulistischen" Welt, die der SPIEGEL beklagt:
Slowakei und Bulgarien
Für mehrere osteuropäische Länder, die schon seit Beginn der großen Flüchtlingsbewegungen über die Türkei und Griechenland eine Null-Flüchtlinge-Politik fahren, sind die Kölner Vorkommnisse ein willkommener Anlass, ganz generell gegen Muslime und Einwanderer zu wettern.
Dabei wird gern zusammengerührt, was nichts miteinander zu tun hat. Der Attentatsversuch von Paris am Jahrestag des "Charlie-Hebdo"-Massakers und die Silvesternacht in Köln sind für den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico der Beweis, dass der Multikulturalismus eine "Fiktion" sei.
Fico warnt vor einer Front der Muslime. Man werde nie eine Entscheidung treffen, die eine "geeinte muslimische Gemeinschaft in der Slowakei" ermögliche. Mit Bezug auf Paris und Köln ergänzte Fico: "Wer Migranten ins Land lässt, kann mit solchen Problemen konfrontiert werden."
Die bulgarische Tageszeitung "Novinar" zieht eine direkte Verbindung zu Angela Merkel und gibt der Bundeskanzlerin eine Mitschuld an dem, was sich in Köln zugetragen hat. Sie habe in "liberaler Naivität" die "Jagdsaison" von "Afrikanern und Arabern" auf Frauen eröffnet.
Polen
Die nationalkonservative Regierung Polens nutzte die sexuellen Attacken in Köln, um ganz allgemein vor Einwanderern zu warnen. Vizeregierungschef Piotr Glinski sagte im polnischen Fernsehsender TVN 24, Warschau werde Flüchtlinge genau unter die Lupe nehmen. "Junge Männer, die Helden der Ereignisse von Köln" wolle man in Polen nicht haben. Glinski behauptet außerdem, dass es ähnliche Übergriffe schon seit Jahren in Deutschland gebe.
Die konservative Tageszeitung "Rzeczpospolita" beklagt Selbstzensur deutscher Medien. Der Publizist Tomasz Gabis schreibt: "Das ist keine Überraschung für mich, denn in Deutschland ist diese Art der Exzesse ein Tabu-Thema - verbunden mit politischer Korrektheit." Einwanderer würden per Definition als Opfer wahrgenommen. Deshalb werde nicht darüber berichtet, dass sie auch aggressiv sein könnten.
Und dann kommt noch was zu Trump, braucht man hier aber nicht zu zitieren. Für den SPIEGEL ist jede kritische Gegenmeinung zu Merkels offenen Grenzen und den Ereignissen von Köln und anderswo ein Ausdruck von Rechtspopulismus. Einfach lächerlich.
Genau so lächerlich, wie die Kommentarfunktion unter dem Artikel zu sperren. Damit hat SPON mal wieder einen weiteren Sargnagel in seine Glaubwürdigkeit reingeschlagen. Die Verkaufszahlen am Kiosk belegen es.



