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Gold rauf, Aktien runter, Öl: freier Fall

Goldpreis findet aktuell von verschiedenen Seiten Unterstützung. Brent und WTI markieren neue mehrjährige Tiefstände.

 

Von Commerzbank Commodity Research

Gold legte am Freitag im Zuge schwacher US-Konjunkturdaten zeitweise deutlich bis auf knapp 1.100 USD je Feinunze zu und handelt zu Wochenbeginn bei 1.090 USD. In Euro gerechnet notiert Gold um die Marke von 1.000 EUR je Feinunze. Unter den Marktteilnehmern wachsen offenbar die Zweifel, dass die US-Notenbank Fed im März die Zinsen weiter erhöht.

 

Sollten die Zinsen nicht kurzfristig angehoben werden, bleiben die Opportunitätskosten der Goldhaltung noch länger gering. Unterstützung erhält der Goldpreis auch von den teilweise stark fallenden Aktienmärkten rund um den Globus. Daneben kam es auch am Freitag wieder zu einem merklichen Zufluss von 4,4 Tonnen in die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs – der Großteil davon floss in den weltgrößten Gold-ETF, SPDR Gold Trust.

 

Seit Jahresbeginn summieren sich die Zuflüsse somit auf 27,6 Tonnen. Zum Preisanstieg von Gold seit Jahresbeginn haben auch die spekulativen Finanzinvestoren beigetragen. In der Woche zum 12. Januar bestanden gemäß CFTC-Statistik erstmals seit neun Wochen keine Netto-Short-Positionen mehr. Somit wurden die nahezu rekordhohen Netto-Short-Positionen innerhalb von nur zwei Wochen vollständig abgebaut. Bei Silber kam es die zweite Woche in Folge zu einem moderaten Aufbau von Netto-Long-Positionen, welche sich damit aktuell auf einem 3-Wochenhoch befinden. Dagegen wurden die Netto-Long-Positionen bei Platin und vor allem Palladium stärker abgebaut.

 

Brent und WTI markieren neue mehrjährige Tiefstände

Die Ölpreise befinden sich weiter im freien Fall. Heute Nacht fiel Brent bis auf 27,67 USD je Barrel und damit auf den tiefsten Stand seit November 2003. WTI erreichte mit 28,36 USD je Barrel das niedrigste Niveau seit Oktober 2003. Auslöser für den neuerlichen Preisrutsch war die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran am Wochenende. Damit ist es dem Iran ab heute wieder erlaubt, unbeschränkt Öl und Gas zu exportieren.

 

Das zusätzliche Angebot aus dem Iran kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da es auf einen ohnehin überversorgten Markt trifft und somit das Überangebot weiter erhöhen würde. Zwar steht eine Rückkehr des Iran schon seit längerem auf der Agenda und stellt daher keine große Überraschung mehr dar. Allerdings war angesichts der negativen Marktstimmung mit einer kurzfristigen negativen Preisreaktion zu rechnen.

 

Die Aussicht von zusätzlichem Öl aus dem Iran dürfte einer Preiserholung bis auf weiteres allerdings entgegenstehen, die Preise aber nicht mehr stark belasten. Denn eine u.E. realistische Ausweitung der iranischen Öllieferungen um 500 Tsd. Barrel pro Tag sollte eingepreist sein. Eine deutlich stärkere Anhebung der Fördermenge ist für dieses Jahr unwahrscheinlich. So benötigten der Irak und Libyen etwa 12 Monate, um nach den Kriegen 2003 bzw. 2011 zum ursprünglichen Produktionsniveau zurückzukehren (im Falle von Libyen zudem nur kurzzeitig).

 

Da der Iran aufgrund der Sanktionen über mehrere Jahre nicht in die Ölinfrastruktur investieren konnte und dies jetzt nachholen muss, dürfte die Normalisierung der Ölproduktion eher noch länger dauern.


Kursdrama bei Banken

Im Finanzsektor ging es heute weiter kräftig bergab. Insbesondere die Deutsche Bank stürzte auf Krisenniveau mit einem Tagesverlust von fast 5%. Dahinter stecken Befürchtungen, dass durch den niedrigen Ölpreis Unternehmens- und Staatsbankrotte drohen in Öl-sensitiven Ländern.

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