Donald Trump ist für seine Reden und Grimassen weltweit bekannt. Nun will er Apple dazu bringen, das iPhone in den USA herzustellen.
Milliardär und angehender Kandidat für das Amt des US-Präsidenten Donald Trump sorgt erneut für Furore. Seine Ausbrüche werden immer wieder belächelt, kritisiert oder verspottet. Seine neuste Ankündigung klingt nicht so verkehrt, wie die üblichen Aussagen des Amerikaners.
Trump möchte Apple zurück in die USA holen, um sein iPhone, Computer und anderen Geräte dort zu fabrizieren.
We have to bring Apple, and other companies like Apple, back to the United States.
Donald Trump
Der Gedanke ist nicht neu. Apple produziert sein Nischenprodukt, den Mac Pro, seit geraumer Zeit in den USA. Apple investierte über 100 Millionen Dollar, um in den USA zu produzieren, wie CEO Tim Cook im Interview mit Bloomberg Business sagte.
Was das iPhone made in USA kosten könnte
Der Mac Pro wird in relativ geringen Stückzahlen für einen Nischenmarkt hergestellt. Branchenexperten bezeichnen die Produktion des Computers in den USA als ein Zeichen der Anerkennung für den heimischen Markt. Die Produktion eines millionenfach verkauften Smartphones ist jedoch ein vollkommen anderes Unterfangen.
Das neuste Modell des Smartphones, das iPhone 6s, ist derzeit in verschiedenen Variationen erhältlich. Für mindestens 744,95 Euro (UVP) gibt es das kleine Modell, der große Bruder kostet mindestens 854,96 Euro. Kunden haben die Möglichkeit, das iPhone 6s Plus bei preis24.de in Kombination mit vorteilhaften Mobilfunkverträgen weitaus günstiger zu erwerben. Der Preis wird durch den Mobilfunkvertrag gesenkt. Wie würde aber der Preis ausfallen, wenn Apple das iPhone in den Staaten produzieren würde?
Laut der IT-Analystin Carolina Milanesi würde das iPhone etwa das Doppelte kosten. IHS Technology schätzt die Produktionskosten für das iPhone 6s und 6s Plus auf 211,50 beziehungsweise 236 Dollar. Neben den Kosten für die Produktion muss Apple aber noch in Logistik, Marketing, Entwicklung und andere Bereiche investieren. Wie hoch die Gewinnmarge am Ende ist, weiß wahrscheinlich nur Tim Cook.
Fakt ist, dass eine Produktion in den USA die Kosten für ein iPhone aus verschiedenen Gründen erhöhen würde: Einerseits müsste Apple höhere Löhne zahlen, andererseits könnte der Logistikaufwand größer und teuerer sein.
Zwang zur heimischen Produktion
Donald Trump sprach seinen Wunsch, dass Apple seine Produkte in den USA produziert, erstmals 2012 aus. Damals warb er für sein Buch Crippled America. Doch die Realität wird Donald Trump schnell einholen. Denn Apple wird nicht von heute auf morgen auf seine großen Gewinne verzichten. Selbst dann nicht, wenn Trump Präsident wird. Selbst Obama konnte Tim Cook nicht dazu überreden.
Die Kosten für eine Produktion in den USA sind schlichtweg zu groß. Laut dem Technikmagazin CNET könnte Apple eine Fabrik beispielsweise in den Bundesstaaten Georgia oder Wyoming eröffnen. Hier liegt der Mindestlohn bei nur 5,15 Dollar je Stunde. Doch die Zusammensetzung eines iPhones benötigt geschultes Personal. Dieses wäre kaum bereit, für einen Mindestlohn zu arbeiten.
Wenn das iPhone made in USA nicht bezahlbar ist, welche Lösung gibt es dann? Auf diese Frage hat Trump eine Antwort: Außerhalb der Staaten produzierte Geräte sollen mit 35 Prozent besteuert werden. Diese Besteuerung für den Preis für das iPhone 6s von 649 auf 876 Dollar erhöhen. Der große Bruder würde statt 749 mehr als 1.000 Dollar kosten.
Zusammensetzung der Komponenten in den USA
Ein Ausweg für die Besteuerung der iPhones wäre laut Trump die Zusammensetzung der in China gefertigten Komponenten in den USA. Laut einem Artikel von MOTHERBOARD würden die Kosten je iPhone auf diese Weise nur um 50 Dollar steigen. Fraglich ist, wie sinnvoll es ist, Komponenten um die halbe Welt zu senden, nur um sie in den USA zusammenzubauen. Dadurch entstehen nicht nur unnötige Kosten, sondern auch Belastungen für die Umwelt und Logistik.
Trumps Traum vom iPhone made in USA scheint vorerst also nicht aufzugehen, egal welche Vorschläge sich der Kandidat für das Amt des Präsidenten macht.



