Beim Karneval hört der Spaß bekanntlich auf. Einige Jecken machten sich über die Asylpolitik lustig. Folge: Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung. - "Unzensierte" Motivwagen sorgen für Aufregung.
Was ist zum Karneval noch erlaubt und was nicht? Wie weit darf man gehen? Während die wichtigsten Karnevalsumzüge mittlerweile abgesagt wurden wegen angeblichen Sturms, liefen in vielen kleinen Orten die Umzüge am Sonntag ohne Probleme - d.h. Probleme gab es schon, denn sie wurden vorher nicht von einer Kommission überprüft - wie das bei großen Umzügen der Fall ist. Resultat: einige karnevalistische Überraschungen und Anzeigen wegen Volksverhetzung.
Denn was gezeigt wurde, gilt offensichtlich nicht als politisch korrekt. Bei bestimmten Themen hört der Spaß bekanntlich auf in Deutschland. Bei Facebook gibt es einen Entrüstungssturm z.B. gegen den "Balkan-Express". Ein Panzer mit der Aufschrift "Asylabwehr", beim Umzug in Steinkirchen / Illmtal. Doch nicht nur dort sorgten sogenannte "unzensierte" Motivwagen für Aufregung.
In Wasungen, einer Karnevalshochburg in Südthüringen, gibt es anders als im Rheinland oder auch in Erfurt keine Umzugskommission, die sich die Ideen der Wagenbauer vorher anschaut. "Wir haben nicht alle Wagen gesehen, so gut wie keinen", sagte Martin Krieg, Präsident des Wasunger Carneval Clubs, dem MDR. "Das ist das Schöne in Wasungen an dem sogenannten Volkskarneval, dass wir keine Zensur mehr verüben und vorher uns Wagen anschauen."
Folge - eingie regierungskritische Sprüche beim Wasunger Karneval wie zum Beispiel: "Die ihrem Volke nur Sch..ße servieren, werden ihre Macht verlieren", "Unsere Politik gehört umgegraben", "Der Deutsche ist der Clown" oder "Wer das Volk verarscht in feinem Zwirn, hat Scheiße im Kopf und im Arsch das Hirn".
Der Karnevalist, der zu diesem Reim einen Anhänger mit einem stilisierten großen Kothaufen aus Pappmaché durch das Städtchen fuhr, sagte im MDR: "Wenn man bei uns nicht mehr seine Meinung äußern darf, wo sind wir dann? Da sind wir da, wo wir vor 25 Jahren schon mal waren."
In Erfurt diente Bundeskanzlerin Angela Merkel für viele als Motiv – mal in einem "Lügensack" oder als Puppe mit einer Burka an einer Schmiedebank. In der Hand hielt sie eine Bratpfanne mit der Aufschrift "Mit Schaffenskraft". Darüber stand "Wir schaffen das!??" Ein anderer Wagen kommentierte die Flüchtlingspolitik direkter: "Keiner ist so blöd wie wir".
Der Armlängen-Abstandshalter
In der Gemeinde Altenburg wurde der Abstandshalter präsentiert. Ob dies auch eine Anklage wegen Volksverhetzung nacht sich zieht, ist bis jetzt unklar.




