Augenblicklich droht die Hauptgefahr für den Euro wieder einmal von Griechenland, denn dort treffen Finanznot, Frust der Bevölkerung und Migration unheilvoll aufeinander.
Von Karl von Francois
Was die Bundeskanzlerin im Interview mit Anne Will am 28.02.2016 geliefert hat, war unterirdisch (den Einfältigen gefällt’s trotzdem!). Sie kann oder will aus bestimmten Gründen den offensichtlich falschen Weg nicht verlassen, setzt auf das Prinzip Hoffnung und meint wohl, das sich in Griechenland aufstauende Migrationsproblem ließe sich (wie die Eurofinanzkrise) mit neu gedrucktem Geld und Zeit „lösen“. Das wird nicht funktionieren. Je mehr sich Griechenland (mit unserem Geld) zukünftig anstrengt, der Migration Herr zu werden, umso mehr Migranten werden kommen und alle Bemühungen zunichtemachen.
Es gilt: Gleich was beim Chaostreffen am 07.03.2016 (der EU-Staats- und Regierungschefs zwecks Umsetzung „Aktionsplan EU-Türkei“) herauskommen wird:
Ab jetzt Achtung mit dem Euro. Man muss für die nähere Zukunft (6 Monate) zwingend damit rechnen, dass der Euro absacken oder untergehen wird. Entsprechend sollte man seine Finanzen ausrichten und dabei die Haftungsgrenzen der Banken beachten.
Jeden Tag sehen wir deutlicher, dass durch die Grenzschließungen auf der Balkanroute die Migranten in Griechenland in immer höherer Zahl auflaufen. Mit deren freiwilliger Aufnahme im restlichen Euroland ist – entgegen der störrischen Verlautbarung der Kanzlerin vom Wochenende – nicht zu rechnen.
Auch sind die Europäer - anders als die Australier - (noch) nicht bereit, die Massenmigration über das Meer nach Italien oder Griechenland rigoros zu stoppen. Damit bildet sich zwangsläufig der schon im August 2015 vorausgesagte Stau in Italien und Griechenland.
Konsequenterweise werden die Österreicher auch über die italienisch-österreichische Grenze keine weiteren Migranten nach Österreich hereinlassen (bzw. max. 80 Personen/Tag) oder diese - nur mit gültigem deutschem Garantieschein! - nach Deutschland durchreisen lassen, denn Bayern ist praktisch vorbereitet die Grenze binnen Stunden zu schließen!
Augenblicklich droht die Hauptgefahr für den Euro wieder einmal von Griechenland, denn dort treffen Finanznot, Frust der Bevölkerung und Migration unheilvoll aufeinander. Kollabiert Griechenland finanziell unter dem Migrations-Rückstau oder erklärt es einseitig den finanziellen Bankrott (die allerbeste Lösung für Griechenland), dann bricht dies Land aus dem Euroraum heraus. Wie schon früher beschrieben, wird dies über das Zahlungssystem Target2 (www.Target-2.de) systemisch und über Nacht den Zusammenbruch des Eurosystems bewirken.
Da diese Automatik allen führenden Europolitikern klar ist (insbesondere Merkel, Schäuble und Juncker) spricht niemand darüber, denn das würde das Ende des Eurosystems geradezu provozieren. Insofern hat Merkel im Interview nicht ungeschickt taktiert; es wurden von Anne Will allerdings auch die falschen Fragen gestellt.
So redet man allgemein um den heißen Brei herum: Über die Notwendigkeit der Verteidigung des Schengen-Abkommens zur Rettung Europas bzw. des „Traums vom grenzenlosen Europa“. Dies - angesichts der Wirklichkeit - unerträgliche Geschmarre vernebelt gezielt den Kern der Sache, zumal die Medien bei diesem Ablenkungsmanöver (wer zerstört schon gerne „Träume“) teils mitspielen, teils die entscheidenden Zusammenhänge (Migrationskrise-Target2-Eurokrise) überhaupt nicht begreifen.
Denn, wie verständige Leute genau erkennen können, geht es nicht um Europa (das mit und ohne Euro immer [besser] überleben wird), sondern in erster Linie um das Eurosystem (= das den Europäern aufgezwungene einheitliche Euro-Papiergeld-Zahlungssystem), das geradezu der Eckpfeiler der selbsternannten (völlig undemokratischen!) Euroelite ist und über die EZB/Zentralbanken gnadenlos inflationiert wird.
Die Macht der Euroelite ist jetzt akut gefährdet. Und genau aus diesem Grunde rennen die Eurokraten seit Monaten kopflos herum und übertreffen sich im Schuldzuweisungsgeschrei gegenseitig, ein hysterisch-angstvolles Lärmen wie in einem Hühnerstall, in den der Fuchs eingebrochen ist.
Neu ist, dass Österreich inzwischen eine klare Entscheidung getroffen und diese mit den anderen betroffenen Balkanstaaten blitzschnell orchestriert hat: Der Schutz der nationalen österreichischen Interessen (und der anderen Balkanstaaten) wird dort seit Februar 2016 höher eingestuft, als die supranationalen Egoismen und Europaphantastereien der Euroelite.
Die Wunschträumereien der Kanzlerin gehen also sichtbar an der Wirklichkeit vorbei, was jeder halbwegs vernünftige Bürger hören, sehen und begreifen kann. Ob und welche Lösung, welches Ende die Migrationsströme nehmen werden, hängt in den kommenden Jahren entscheidend davon ab, ob die Europäer bzw. die europäischen Mittelmeeranrainer bereit sein werden, ihre Seegrenzen ebenso rigoros zu verteidigen, wie etwa die Australier.
Wenn nicht, dann wird die unkontrollierte Migration den abendländischen Kulturraum Europa vernichten (Orban hat Recht), während die Unterbindung der Migration allenfalls das Eurosystem vernichten wird, was jedenfalls das geringere Übel wäre.
Jedoch aus den Augen der Herrschenden betrachtet: Skylla und Charybdis! Deswegen das Herumgeeire, es geht schließlich um deren Köpfe!



