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Sinn gegen Abschaffung des 500ers

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn gegen Abschaffung der 500-Euro-Scheine, gegen eine Obergrenze für Barzahlungen und gegen Negativzinsen.

 

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hat sich gegen die Abschaffung der 500-Euro-Scheine, gegen eine Obergrenze für Barzahlungen und gegen Negativzinsen ausgesprochen. "Die Europäische Zentralbank (EZB) will den Banken die Möglichkeit nehmen, Bargeld zu horten, um sie zu zwingen, negative Einlagenzinsen zu zahlen.

 

Gelingt das, werden Sparer vermutlich auch auf ihre Einlagen irgendwann Strafzinsen zahlen“, sagte er am Donnerstag in München. „Denn die Abschaffung der 500-Euro-Scheine ermöglicht es der EZB, die Strafzinsen von 0,4 Prozent auf 0,75 Prozent zu erhöhen, weil es für die Banken teurer ist, viele 200-Euro-Scheine zu horten. Wenn dadurch das gesamte Zinsspektrum entsprechend nach unten rutscht, verliert Deutschland, das der zweitgrößte Gläubiger der Welt ist, jährlich weitere acht Milliarden Euro Einnahmen.“



Die Mehrheit der deutschen Ökonomen ist ebenfalls gegen die Abschaffung des 500ers. Das ergab das Ökonomen-Panel, eine Umfrage des Ifo-Instituts in Zusammenarbeit mit der FAZ. Demnach äußerten 54 Prozent der teilnehmenden 185 Professoren, Barzahlungen sollten nicht eingeschränkt werden. 44 Prozent befürworteten eine Obergrenze. Nur 2 Prozent sprachen sich für eine Abschaffung des Bargelds aus. 



Niklas Potrafke, Leiter des Ifo-Zentrums für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie, sieht die Einschränkung der Freiheit im Vordergrund. "Eine Abschaffung des Bargelds würde die Wahlfreiheit der Bürger einschränken", sagte er.

 

In ihren Kommentaren äußerten viele Professoren den Verdacht, dass mit Einschränkungen für Bargeld die Kontrolle des Staates auch über rechtstreue Bürger ausgeweitet werde. Es drohe Machtmissbrauch.

 

Die Mehrheit der Professoren hält als Folge von Bargeld-Einschränkungen wirtschaftliche Nachteile für realistisch. 54 Prozent erwarten geringe oder starke ökonomische Nachteile, 21 Prozent dagegen geringe wirtschaftliche Vorteile, 2 Prozent sehen sogar starke Vorteile.  

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