Die Commerzbank wird zu mehr als einem Viertel verstaatlicht. Nach Informationen der Tageszeitung „Die Welt“ ausFinanzkreisen hält der Bund künftig 25 Prozent plus eine Aktie an der zweitgrößten Bank des Landes.
Dies ist Teil des erneuten Rettungspaketesfür die Bank, das in der Nacht zum Donnerstag geschnürt wurde. Insgesamt erhält die Commerzbank mehr als zehn Milliarden Euro aus dem vollwertigem Stammkapital gewährt, so dass die Anteile der bisherigenCommerzbank-Aktionäre verwässert werden, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Zeitung. Der größere Rest der Hilfewird in Form einer stillen Einlage gewährt. Die Commerzbank hatte bereits im November in Form einer stillen Einlage 8,2 Milliarden Euro anKapital vom Bund erhalten.
Grund für den erneuten Hilferuf sind nach Informationen der Zeitung unerwartet hohe Abschreibungen bei der Dresdner Bank, die dieCommerzbank noch in diesem Monat übernehmen will. Ohne eine erneute Kapitalspritze wäre die Kernkapitalquote der fusionierten Bank unter dieMarke von acht Prozent gefallen, die der Soffin von Banken fordert, die staatliche Garantien nutzen wollen.
Durch die neuen Hilfen steigt die Quote nach Informationen der Zeitung wieder auf mehr als zehn Prozent.Gleichzeitig muss sich auch die Allianz als bisheriger Eigentümer der Dresdner Bank an der Rettungsaktion beteiligen. Sie soll in erheblichemUmfang faule Vermögenswerte (toxic assets) der Dresdner Bank auf ihreBücher übernehmen.
Möglich wird die erneute Hilfe für die Commerzbank durch eine Ausnahmeklausel in der Soffin-Verordnung des Bundes. Grundsätzlichbesteht für eine Kapitalstütze eine Obergrenze von zehn Milliarden Euro pro Bank. Allerdings geht aus Paragraph 3 der Verordnung hervor, dassder politisch besetzte Lenkungsausschuss des Soffin auch anders entscheiden kann. Von dieser Klausel wurde nach Informationen der „Welt“im Falle der Commerzbank Gebrauch gemacht.



