Zu den Äußerungen von US Präsidentschaftskandidat Donald Trump kann sich eigentlich jeder seine eigene Meinung bilden. Das reicht ARD und ZDF jedoch offenbar nicht. Muss man deshalb zu plumpen Propagandamethoden greifen und Dauerwerbung für Hillary Clinton machen?
via Propagandaschau
Dass die Staatsender ARD und ZDF regelmäßig Demonstranten benutzen, um Meinung zu machen, haben wir hier in der Vergangenheit reihenweise dokumentiert. Auch in der “Berichterstattung” über den US-Wahlkampf ist das nicht anders.
Donald Trump polarisiert im Wahlkampf vorsätzlich und aus medialem Kalkül. Dass er für seine durchaus gewiefte Kampagne einen Preis bekommen wird, wie Barack Obama 2009, kann man aber getrost bezweifeln. Mit gezielten Tabubrüchen und markigen Worten positioniert sich Trump als Anti-Obama und seine vom Establishment angewiderten Anhänger danken es ihm ähnlich zahlreich, wie Obama-Anhänger ihrem falschen Propheten vor 8 Jahren auf den Leim gingen.
Seriöser Journalismus würde die Präsidentschaftskandidaten für sich selbst sprechen lassen, Kernpunkte ihrer politischen Ziele darlegen und gleichermaßen Kritiker zu Wort kommen lassen. Dass ARD und ZDF mit seriösem Journalismus so wenig zu tun haben, wie Trump mit political correctness, kann aber regelmäßige Leser dieses Blogs nicht wirklich überraschen.
Obwohl es offensichtlich vollkommen überflüssig ist, präsentieren ARD und ZDF ihre sattsam bekannten Mätzchen einseitiger Parteinahme und Dämonisierung. Seit Wochen kommen immer wieder Berichte über Trump von den Staatssendern, die organisierte Proteste seiner Gegner aufgreifen und in den Vordergrund stellen. Gleichzeitig wird der Eindruck erweckt, es gäbe keine vehementen Gegner und Demonstrationen gegen Clinton.
Auch gestern präsentierte die tagesschau eine handvoll organisierter Trump-Gegner mit ihren von moveon.org bereitgestellten Plakaten vor einer Veranstaltung Donald Trumps.
Stefan Niemann: “Eine handvoll Demonstraten beschimpfen ihn als faschistischen Rassisten, als Frauen- und Schwulenfeind.”
Anschließend wird Clinton auf einer eigenen Veranstaltung beim Bad in der jubelnden Menge ihrer Fans präsentiert.
Dass das kein Zufall ist, zeigt eine kurze Recherche auf tagesschau.de. Die Suchbegriffe “Trump Demonstranten” ergeben 9 Treffer, die bis Anfang März zurückreichen.
Das gleiche Bild gestern Abend in der zweiten öffentlich-rechtlichen Propagandaanstalt in Mainz. Auch dort ist es genau die gleiche kleiner Schar organisierter moveon.org-Demonstranten gegen Trump, die gleich doppelt präsentiert werden: zu Beginn und am Ende des “Berichts”. Framing im doppelten Sinne: handwerklich und kommunikationspsychologisch. Neben der stilistischen Einrahmung des Berichts geht es natürlich darum, Trump zu dämonisieren. Man kennt das hierzulande auch von Veranstaltungen der AfD, die regelmäßig von Berichten über Gegendemonstranten eingerahmt werden.
Ines Trams: “Stoppt den gefährlichen Trump!, rufen die Demonstranten draussen. Sie wollen sich Donald Trump als Präsident und obersten Befehlshaber nicht vorstellen. Zu unerfahren, zu cholerisch, sei er.”
Nun könnte man sagen: Ja klar, die Proteste gab es ja auch! Richtig. Allerdings haben eine handvoll Claquere oder Buh-Rufer zum einen keine gesellschaftliche oder politische Relevanz und dienen nur der medialen Diffamierung und zum anderen wird von den gleichen Medien konsequent ausgeblendet, dass es auch Demonstrationen gegen Clinton gab und gibt.
Sucht man beispielsweise auf der Webseite der tagesschau nach den Schlagwörtern “Hillary Demonstranten“, dann gibt es zwar einige Fundstücke, aber die verweisen auf Artikel zu Demonstrationen (Überraschung!) gegen Trump.
Verlässt man aber die Staatssender ARD und ZDF und benutzt eine Suchmaschine, dann finden sich sehr wohl Demonstrationen der jüngeren Zeit gegen die Kandidatin von Wall Street, militärisch-industriellem Komplex und Establishment. Zum Beispiel am 15. April, als nicht nur eine handvoll, sondern rund 500 Sanders-Anhänger gegen Clintons Fundraising-Gala mit den Clooneys demonstrierten.






