Grüne Jugend: "Mit der Unterstützung der deutschen Nationalelf wird auch nationale Zugehörigkeit demonstriert. - Ja, wir sind keine Patriot_innen. Uns sind andere Dinge einfach wichtiger als Deutschland". - Eine ultimative politisch korrekte Anleitung für die EM2016 aus Grünen-Sicht: Staatstrauer bei Sieg.

"Es ist wieder soweit: die Fußball-Europameisterschaft der Männer beginnt und mit ihr der schwarz-rot-goldene kollektive Schland-Jubel. Gärten, Häuserfronten, Autos, Gesichter und Körper werden mit schwarz-rot-goldenen Fanartikeln geschmückt. Fan-Meilen verwandeln sich in schwarz-rot-goldene Fahnenmeere. Viele Politiker_innen begrüßen dies als unverkrampften, harmlosen und weltoffenen Patriotismus. Wir nicht.
Die kollektive Begeisterung für „Deutschland“ bei Fußballevents bezieht sich nämlich nicht nur auf das Fußballteam, sondern auch auf die Nation. Motive der Fans sind den Studien der Sozialwissenschaftlerin Dagmar Schediwy zufolge eben sehr häufig auch Vaterlandsliebe und Nationalstolz."
Sofortige Gegenmaßnahmen:
1. Deutsche Tore werden künftig nicht mehr bejubelt. Stattdessen begeben sich die Spieler gesenkten Kopfes und möglichst unauffällig zurück in ihre Hälfte.
2. Freudentrauben und ähnliche Kundgebungen fehlender Anteilnahme und Empathieferne sind verboten. TV-Moderatoren informieren nach deutschen Treffern das Publikum über die sozialen Probleme im Land des Konkurrenten.
3. Nach einer gewonnenen Partie entschuldigt sich jeder deutsche Akteur bei seinem Gegenspieler. Interviews werden in einem dem Ernst der Lage angepassten Ton gegeben. Der Bundestrainer bittet auf der Pressekonferenz im Namen der Mannschaft die gegnerischen Anhänger um Vergebung.
4. Nach jedem Sieg legt der Kapitän der deutschen Mannschaft außerdem im gegnerischen Strafraum einen Kranz nieder.
5. Fällt ein deutscher Sieg mit mehr als zwei Toren Unterschied aus, organisiert der DFB Soforthilfen für die Opfer und ihre Angehörigen. Die Mannschaft versteigert ihre Trikots und spendet die Einnahmen an die Kinder der Unterlegenen.
6. Hat sich die deutsche Nationalmannschaft für eine Welt- oder Europameisterschaft qualifiziert, durchläuft jeder Kicker ein Antidiskriminierungsprogramm. Findet das Turnier in einem von Deutschland früher einmal besetzten Land statt, haben die Spieler dort entweder in der Landessprache zu sprechen oder zu schweigen. Vor jedem Spiel haben die Spieler eine Gedenkstätte zu besuchen, die an deutsche Verbrechen erinnert. Ist noch keine vorhanden, legen sie zumindest den Grundstein; der DFB übernimmt die Kosten.
7. Hat die deutsche Nationalmannschaft in einem Turnier das Viertelfinale erreicht, wird in allen TV- und Radiosendern jede zweite Stunde die Hymne des Gegners gespielt, im Halbfinale jede Stunde. Erreicht Deutschland das Finale, lernen die Schulkinder die Hymne des Endspielgegners auswendig. Boateng, Khedira und Özil singen die gegnerische Hymne im Stadion vor dem Spiel mit.
8. Scheiden die Deutschen dagegen endlich aus, finden im gesamten Land multikulturelle Volksfeste statt, an welchen teilzunehmen zumindest für sämtliche Schulklassen obligatorisch ist.
9. Nach einem gewonnenen Turnier bildet die Bevölkerung im gesamten Land Lichterketten der Solidarität mit den Geschlagenen. Auf öffentlichen Plätzen und in den evangelischen Kirchen werden die Namen der unterlegenen Spieler verlesen. Freudenkundgebungen sind untersagt. Die Damenquasifußballnationalmannschaft kann als Klagechor eingesetzt werden. Die deutschen Fahnen vor offiziellen staatlichen Einrichtungen sind entweder auf Halbmast zu setzen oder durch Fahnen der auf dem Weg ins Finale besiegten Länder zu ersetzen. Die Spieler haben bei der Heimkehr Trauerbinden an den Armen zu tragen. Die Siegesprämien werden an Bedürftige in den Ländern der geschlagenen Kontrahenten abgetreten.
10. Sollte die deutsche Mannschaft den Europameistertitel erringen, herrscht mindestens eine Woche Staatstrauer.



