An den Finanzmärkten halten sich hartnäckig Gerüchte, dass die Deutsche Bank übernommem werden könnte. John Cryan zieht trotz des dramatischen Kursverfalls der Aktie eine positive Bilanz.
Deutsche-Bank-Chef John Cryan zieht trotz des dramatischen Kursverfalls der Aktie eine positive Bilanz seines ersten Jahres als Konzernchef. "Wir haben an vielen Stellen mehr erreicht, als ich erhofft hatte", sagte Cryan dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Er sehe die Deutsche Bank auch nicht als Übernahmekandidat.
Einem Verkauf der Vermögensverwaltung, über die am Markt zuletzt spekuliert worden war, erteilte Cryan eine Absage. "Ein Verkauf hätte nur einen einmaligen Effekt. Wertvoller sind für uns die dauerhaften Einnahmen daraus." Er räumte indirekt ein, dass der Verkauf der Postbank für die Bank schmerzhaft ist, weil es im Privatkundengeschäft auf kritische Größe ankomme.
"Wenn wir also die Postbank verkaufen, weil uns das regulatorische Umfeld keine andere Wahl lässt, bleibt uns nur ein Weg: durch hervorragende Beratung und ein sehr gutes digitales Angebot zu wachsen." Wachsen wolle die Deutsche Bank auch im Geschäft mit großen amerikanischen Unternehmenskunden. "Da haben wir sehr gute Beziehungen, die wir ausbauen möchten."
Im Handel in den Finanzzentren New York und auch London mache die Bank hingegen "so manches, was mit diesen Kunden und auch mit unserem Geschäft in Europa nichts zu tun hat. Das fahren wir zurück".
Die Bankenkurse gingen auch heute weiter in den Keller, was Bebachter für ein Alarmsignal halten. Deutsche Bank und Commerzbank sind derzeit die größten Verlierer im DAX. Die Deutsche Bank kostet an der Börse nur noch 17 Mrd. Euro, was zu Gerüchten über eine Kapitalerhöhung führt. Dies wurde jedoch heute dementiert.



