Die Bankenkrise in der Eurozone spitzt sich weiter zu. Deutsche Bank aber auch Commerzbank auf Tiefstkursen. Starke Nachfrage treibt den Goldpreis auf den höchsten Stand seit März 2014.
Die Bankenkurse weltweit sind unter Beschuss. Die meisten Finanzinstitute insbesondere in der Eurozone notieren auf Tiefstkursen. Dies könnte als Alarmsignal gewertet werden, dass es zu einer neuen Finanzkrise kommt. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die Edelmetallpreise weiter steigen.
Von Commerzbank Commodity Research
Gold steigt heute Morgen auf 1.370 USD je Feinunze, den höchsten Stand seit März 2014. Das Hoch vom Tag der Brexit-Bekanntgabe vor knapp zwei Wochen wurde damit übertroffen. Aufwind erhält es wohl von schwachen Aktienmärkten und von fallenden Anleiherenditen.
So ist zum Beispiel die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen auf den tiefsten Wert seit mindestens 50 Jahren gesunken und die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen hat ein neues Allzeittief erreicht.
Die Gold-ETFs verzeichneten gestern mit 38,1 Tonnen den höchsten Tageszufluss seit November 2009. Der gestrige Zufluss war laut Daten von Bloomberg breit gestreut, wobei die mit Abstand größte Menge auf den SPDR Gold Trust entfiel.
Separat von den von Bloomberg erfassten Gold-ETFs meldet heute Morgen auch Chinas größter Gold-ETF massive Zuflüsse. Laut Aussagen des Managers des Huaan Yifu Gold ETF beliefen sich die Bestände des Fonds per gestern auf rund 17,6 Tonnen bzw. 1,8 Mrd. ausgegebene Anteile. Ende 2015 waren demnach nur 320 Mio. Anteile im Umlauf.
Im internationalen Vergleich ist der chinesische Gold-ETF aber relativ klein. Der SPDR Gold Trust als weltweit größter Gold-ETF hält knapp 983 Tonnen, der größte Gold-ETF in Europa (ETF Securities) fast 276 Tonnen. Die Investmentnachfrage zeigt sich somit außerordentlich stark. Wir sehen derzeit keinen triftigen Grund, warum sich dieser Trend umkehren sollte.
Offenbar beschäftigt der Brexit die Märkte längerfristig, wodurch die Unsicherheit bei den Marktteilnehmern hoch bleiben sollte. Die US-Notenbank Fed dürfte sich mit weiteren Zinserhöhungen Zeit lassen. Wir erhöhen deshalb unsere Goldpreisprognose zum Jahresende um 100 USD auf 1.350 USD je Feinunze.



