Der Täter: 18jähriger Deutsch-Iraner. Woher hatte er die Waffe? Was sind die Motive? Mindestens zehn Tote. CNN-Zeugen: Täter rief "Allahu Akbar".
Die Schießerei in München mit mindestens zehn Toten ging offenbar doch nur von einem Einzeltäter aus. Das teilte die Polizei in der Nacht auf Samstag mit. Dieser habe mindestens neun Menschen erschossen und sich schließlich selbst getötet, über 20 weitere Personen wurden verletzt, darunter mindestens drei schwer.
Zuvor hatte es über Stunden geheißen, dass nach bis zu drei Tätern gefahndet werde. Dies ging offenbar auf die Aussagen von Zeugen zurück. Tatsächlich hatte offenbar gegen 17:50 Uhr am späten Freitagnachmittag lediglich ein Mann in der Nähe des Olympia-Einkaufzentrums im Stadtteil Moosach begonnen, unter anderem vor einen McDonalds`s und im Einkaufzentrum selbst auf Menschen zu schießen.
Um 17:52 Uhr ging der erste Notruf bei der Polizei ein. Eine Zivilstreife hatte den Mann schon früh im Visier, ihn dann aber zunächst verloren.
Zwei Videos, die von dem Vorfall im Internet verbreitet wurden, scheinen aus der Rückschau authentisch. Auf dem einen ist der Täter zu sehen, wie er vor dem Schnellrestaurant auf in Panik weglaufende Passanten feuert, auf dem anderen Video läuft er auf einem Parkdeck umher und führt ein Zwiegespräch mit einem anderen Mann, der ihn über Zurufe beschimpft.
Darauf ist zu hören, wie der Täter "Ich bin Deutscher" ruft und davon spricht, "in Behandlung" gewesen zu sein. Bereits gegen 20:30 Uhr war der Täter von der Polizei gefunden worden. Es handele sich um einen 18-jährigen Deutsch-Iraner, der schon seit Jahren in Deutschland lebe, sagte Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä.
Der US-Fernsehsender CNN zitiert zwei mutmaßliche Zeugen der Tat - deren Aussagen zum möglichen Motiv des Täters sich allerdings widersprechen. So sagte eine nach eigenen Angaben muslimische Frau, die zum Tatzeitpunkt im Schnellrestaurant gewesen sein will, sie habe gehört, dass der Täter "Allahu Akbar" gerufen habe - "Gott ist groß". Ihr Sohn sei auf der Toilette des McDonald's-Restaurants gewesen und habe gesehen, wie der Täter dort eine Pistole geladen habe. Anschließend sei er herausgekommen und habe geschossen, auch auf Kinder.
Als Tatwaffe wurde eine Pistole benutzt, über ein Motiv gebe es bislang keine Informationen. Der gesamte U- und S-Bahn-Verkehr war in der bayerischen Landeshauptstadt über Stunden eingestellt und wurde erst nach 1 Uhr wieder aufgenommen.
Sonst stark belebte Plätze in der Münchener Innenstadt waren am Freitagabend fast menschenleer. Zwischenzeitlich hatte die Polizei Autofahrer aufgefordert, Autobahnen in Richtung München zu meiden oder zu verlassen. Damit solle anfahrenden Einsatzfahrzeugen auf dem Weg nach München die freie Durchfahrt ermöglicht werden.
Tatsächlich waren Polizeieinheiten aus anderen Bundesländern und sogar aus Österreich in München im Einsatz, insgesamt 2.300 Beamte. Immer wieder war von Bürgern auch von Schüssen an anderen Plätzen und sogar von Geiselnahmen berichtet worden, was sich bis auf ein Drama am Flughafen, das offensichtlich nichts mit der Schießerei am Einkaufzentrum zu tun hatte, als Falschmeldung herausstellte.



