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Achtung Bankenkrise

Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank: Die aktuelle Schieflage italienischer Banken ist erst der Anfang. Bald schon werden auch deutsche Kreditinstitute noch stärker leiden.

 

Von Dieter Kleihorn

Der Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank - Thomas Mayer - zeichnet ein düsteres Bild der europäischen Bankenlandschaft. "Der Brexit ist nur der äußere Anlass für Italiens gegenwärtige Bankenkrise, und die italienische Krise ist nur die Spitze des Eisbergs der Probleme europäischer Banken", so Mayer in der FAZ.

 

Wie es den Banken wirklich geht, kann man an ihren Kursen ablesen. Nicht nur Deutsche Bank und Commerzbank notieren in der Nähe historischer Tiefstkurse. Im gesamten europäischen Bankensektor sieht es nicht besser aus. Auch die viel gerühmten schweizerischen Finanzhäuser sind marode. Credit Suisse ebenfalls auf Tiefstkurs.

 

Das signalisieren die Banken-Kurse: die nächste Krise steht vor der Tür. Wahrscheinlich muss demnächst der Staat eingreifen um die Banken zu retten.

 

Im Prinzip ist die Bankenkrise eine logische Folge des Geldsystems. Die Kredite werden immer löchriger, es werden kaum noch Schuldner gefunden. Zwangsläufig muss die Summe der "Non performing Loans", also Kredite, die nicht mehr bedient werden können, steigen.

 

Die niedrigen Zinsen versetzen den Bankhäusern den letzten Todesstoß. Denn ihr Geschäft bestand darin, Kredite zu hohen Zinsen auszuleihen und sich zu niedrigen Zinsen zu refinanzieren. Doch dieses "Free Lunch" funktioniert jetzt nicht mehr.

 

Mayer: "Der tiefere Grund für die tödliche Krankheit der Banken ist die Verschleppung der Bereinigung maroder Bilanzen nach der Finanzkrise. Die Niedrigzinspolitik der EZB und anderer Zentralbanken hat zwar eine Depression wie nach dem Aktienmarktcrash von 1929 verhindert, sie hat aber gleichzeitig den Druck für notwendige Strukturanpassungen verringert. Daraus ist ein Teufelskreis entstanden: Die Niedrigzinspolitik stützt eine ineffiziente Struktur der Wirtschaft mit der Folge, dass Wachstum und Inflation niedrig bleiben, was wiederum zur Begründung der Niedrigzinspolitik dient. Dieser Teufelskreis führt zu einer Auszehrung der Banken, die in die nächste Krise führt."

 

Wie es jetzt weitergehen soll, ist rätselhaft. Fakt ist: Banken brauchen Zigmilliarden, um ihre Kapitalausstattung zu verbessern und marode Kredite auszugleichen. Durch die niedrigen Kurse ist eine Kapitalerhöhung an den Börsen kaum noch darstellbar. Bleibt am Ende nur noch der Staat beziehungsweise der Steuerzahler.

 

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die Edelmetallpreise tendenziell steigen. Die nächste Bankenkrise ist programmiert und unausweichlich.

 

Profi-Investoren wie Investorlegende Soros & Co. spekulieren deshalb nicht nur auf fallende Bankenkurse, sondern auch auf steigende Goldpreise. Besonderers Soros und zwei andere US Hedgefonds wetten auf einen weiteren Verfall der Deutschen Bank. Und sie spekulieren aufsteigenden Goldpreise. In beiden Fällen ist die Wette bisher aufgegangen.

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