Alles böser Populismus von einem AfD-Versteher: Linke, Grüne und die Medien kritisieren das neue Buch "Deutschland in Gefahr" vom Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt - und machen so unfreiwillig Reklame für das Werk.
Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, hat das neue Buch ("Deutschland in Gefahr: Wie ein schwacher Staat unsere Sicherheit aufs Spiel setzt") des Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, kritisiert. „Ich werde mir das Buch nicht kaufen, weil ich von den politischen Ansichten von Herrn Wendt nichts halte“, sagte er der „Frankfurter Rundschau“ (Dienstag-Ausgabe), habe aber von den Inhalten gehört und gelesen.
„Sie bedienen eher den Populismus, statt Hinweise zu liefern, wie man die innere Sicherheit sachlich nach vorne bringen könnte.“ Man müsse da „sehr besonnen“ sein und dürfe „nicht durch die Wahl der Worte dazu beizutragen, dass die Verunsicherung der Menschen noch zunimmt“, fügte Radek hinzu.
Die innenpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, erklärte der „Frankfurter Rundschau“: „Rainer Wendt setzt an vielen Stellen seines Buches Migrantinnen und Migranten mit Verbrechern gleich. Das ist unerträglich und hochgefährlich. Mit solchen Aussagen von offiziellen Vertretern aus dem politischen Raum legitimieren manche Brandstifter ihr Handeln. Über den rechten Terror und seine Ursachen sagt Wendt so gut wie gar nichts. Er beschreibt ihn als Randphänomen und fast in einer Weise, als würde die Öffentlichkeit diese Gefahr konstruieren. Da scheint eine deutliche Sehschwäche auf dem rechten Auge vorzuliegen."
Noch dazu präsentiere sich der Autor „als AfD-Versteher“, beklagte Mihalic. Wendt hatte in der vorigen Woche ein Buch veröffentlicht mit dem Titel „Deutschland in Gefahr“. Darin beschreibt er die Lage der inneren Sicherheit in Deutschland sehr kritisch und mahnt: „Spätestens wenn Verteilungskämpfe größer werden und die Leistungsfähigkeit des deutschen Steuerzahlers zurückgeht, brechen offene Unruhen und Kämpfe zwischen unterschiedlichsten Gruppierungen aus und werden kaum beherrschbar sein, jedenfalls nicht mit einer kaputtgesparten Polizei.“
Außerdem notiert der 59-Jährige unter der Überschrift „Regt Euch ab, es ist nur die AfD!“: „Wenn Frauke Petry auf der Bühne ihres Parteitages einen Schuh verliert oder Frau von Storch in Brüssel einen Döner isst, wird das zum öffentlichen Thema, weil man jede noch so kleine Gelegenheit nutzen will, sie lächerlich zu machen.“ Ohnehin sei die AfD „ein Stück europäische Normalität“. Wendt war in der Vergangenheit häufiger wegen provokanter Äußerungen und Interviews in rechtslastigen Medien in die Kritik geraten.
Zum Buch:
Deutschland in Gefahr: Wie ein schwacher Staat unsere Sicherheit aufs Spiel setzt



