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Börsen im Griff der Notenbanken

Weniger Beschäftigte als erwartet in den USA. Kommt dennoch eine Zinserhöhung der FED im September? Draghi muss wieder liefern. Brexit lässt auf sich warten. Fusionsgerüchte bei der Deutschen Bank AG und Commerzbank AG. Gold tendiert seitwärts. Dumawahlen im September in Russland. Moskauer Börse bleibt top.

 

Von Andreas Männicke

Nach enttäuschen US-Arbeitsmarktdaten stiegen die Aktienkurse an der Wall Street und auch beim deutschen Aktienindex DAX an. Aufgrund der Angst vor einer Zinserhöhung der FED bedeuten schlechte Konjunkturdaten in den USA steigende Aktienkursen, was paradox ist.  In Deutschland sorgen Fusionsgerüchte bei der Deutschen Bank AG und Commerzbank AG für Bewegung am Aktienmarkt. Die Notenbanken werden wohl auch fortan das Geschehen an den Weltbörsen bestimmen.

 

In Russland dürften die Dumawahlen am 18.  September für keine Überraschungen sorgen und wohl auch nicht die nächste OPEC-Sitzung.  Die Moskauer Börse bleibt einer der Top-Performer der Welt. Der MICEX-Index erreichte sogar ein neues Allzeit-Hoch.

 

Paradoxe Börsen-Logik

Nach den neuen Schätzungen wurden in den USA im August außerhalb der Landwirtschaft nur 151.000 neue Stellen geschaffen, obwohl 180.000 neuen Jobs erwartet wurden. Die Arbeitslosenquote blieb damit bei 4,9 Prozent. Die so genannte Beschäftigungsquote - also der Anteil der Erwerbspersonen an der Gesamtheit der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter - blieb mit 62,8 Prozent stabil. Die Beschäftigungsquote nahm aber in den letzten Jahren immer mehr ab, so dass die Arbeitsmarktdaten ohnehin geschönt sind. Neben den Konjunkturdaten wird in den nächsten Monaten der US-Präsidentschaftswahlkampf die Kurse an der Wall Street mit beeinflussen.

 

Wall Street leicht erholt

Noch tendieren die Kurse an der Wall Street nahe der Allzeit-Hochs seitwärts. Der Dow Jones Industrial  Index stieg am Freitag nach den US-Arbeitsmarktdaten um 0,39 Prozent auf 18.492 Indexpunkte, wobei vor allem Aktienrückkaufprogramme der Markt künstlich oben halten. Aber einige Börsen-Gurus wie die Investment-Legenden George Soros und Marc Faber setzen weiterhin auf fallende Aktienkurse in den USA, aber steigende Goldkurse.

 

Fusionsgerüchte treiben die Kurse von Deutsche Bank AG und Commerzbank AG an

In Deutschland sorgte vor allem das Gerücht, dass die beiden Großbanken Deutsche Bank AG und Commerzbank AG fusionieren wollen/müssen für Bewegung am deutschen Aktienmarkt. Der deutsche Aktienindex DAX stieg am Freitag nach den US-Arbeitsmarkdaten um 1,22 Prozent auf 10.689 Indexpunkte bzw. nachbörslich sogar auf 10.715 Indexpunkte. Dabei wurde das Gerücht von beiden Vorständen dementiert. Der Commerzbank AG droht aber bei einer Marktkapitalsierung von nur noch 8 Milliarden. € der Ausschluss aus dem DAX. Die Commerzbank AG hat ein Eigenkapital von 30 Milliarden €, die Deutsche Bank  AG von etwa 50 Mrd. €.  Bankanalysten vermuten aber eine Reihe von Abschreibungen und Kreditausfällen. Besonders intransparent ist der Derivate-Bereich.

 

Notenbanken dominieren die Aktienmärkte weiter

Am Donnerstag wird wieder die Europäische Notenbank EZB im Vordergrund der Anlageentscheidungen stehen, wobei hier eine Verlängerung des Anleihen-Aufkauf-Programms um 6 Monate erwartet wird. Eine weitere Senkung des negativen Einlagen-Zinses ist unwahrscheinlich. Diskutiert wird auch, ob die EZB auch einmal Aktien aufkaufen wird wie es die Japanische und Schweizer Notenbanken schon jetzt machen. Viel Beachtung wird aber auch das „Beige Book“ am Mittwoch über die wirtschaftliche Verfassung  der USA finden. Am 21. September kommt dann die spannende Frage, ob die FED die Zinsen trotz schwacher US-Konjunkturdaten erhöhen wird, was die Anleger auf dem falschen Fuß erwischen könnte. Für wenig Gesprächsstoff an der Börse  sorgt im Moment der Brexit, wobei hier die offizielle Brexit-Entscheidung der britischen Regierung wohl noch lange auf sich warten lässt.

 

Dumawahlen in Russland ohne Wirkung

In Russland wird es am 18.  September Dumawahlen geben, wobei dort keine Überraschungen zu erwarten sind. Auch die nächste OPEC-Konferenz dürfte es zu keinen Überraschungen wie eine Fördermengenverringerung führen. Der russische  RDX-Index (auf Euro-Basis) stieg am Freitag um 2,41 Prozent auf 1138 Indexpunkte und der RTS-Index  (auf US-Dollar-Basis) m 2,6 Prozent auf 969 Indexpunkte, was nahe dem Jahres-Höchstkurs ist. Der MICEX-Index (auf Rubel-Basis) stieg um 1,26 Prozent auf 2003 Indexpunkte, was ein sogar  neues Allzeit-Hoch bedeutet.

 

MICEX-Index auf Allzeit-Hoch

Der MICEX-Indes stieg in den letzten 3 Jahren um 46 Prozent und in den letzten 5 Jahren um 32 Prozent. Es gab also in den letzten 5 Jahren nie einen Aktien-Crash an der Moskauer Aktienbörse, sondern nur einen Rubel Crash im Jahr 2014 an der Moskauer Devisenbörse. Daher ist der RTS-Index in den letzten 5 Jahren auch um 40 Prozent garfallen.

 

Damit schnitt die Moskauer Börse auch am Freitag mit am besten unter allen Weltbörsen ab. Der Brent-Ölpreis gab in den letzten Wochen kräftig von 49,5 auf 45,5 US-Dollar/Barrel ab, erholte sich aber wieder am Freitag um 2,77 Prozent auf 46,85 US-Dollar/Barrel. Der Euro stieg zum Rubel um  1,05 Prozent auf 73,59 EUR/RUB.

 

Der Goldpreis konnte um 0,85 Prozent auf 1325 US-Dollar/Unze erholen; er war aber im August um 3 Prozent gefallen. Der Silberpreis erholte sich am Freitag sogar um 2,91 Prozent auf 19,44 US-Dollar/Unze wegen der schwachen US-Arbeitsmarktdaten. Dennoch performen die Aktien im goldigen „Muster-Depot“ des Börsenbriefs EAST STOCK TRENDS weiterhin sehr gut.

Erst informieren, dann investieren.

Nach der Korrektur  im August/September 2015,  in der ersten Dezemberhälfte 2015 und  auch in den ersten  Handelswochen im neuen Jahr  (bis 12. Februar) bleibt auch die Moskauer Börse eine attraktive und stark unterbewertete Trading-Börse, die vom 21. bis 29. Januar 2016 sogar um 25 Prozent und vom 11. Februar  bis Mitte August    2016 um über 45 Prozent anstieg, was die großen Trading-Chancen selbst in einem Bärmarkt aufzeigt.  Die Moskauer Börse tendierte zuletzt stabil seitwärts. 6 Börsen aus Osteuropa konnten auch in 2016 den DAX klar outperformen und sind immer noch im Plus.

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