Ein Drittel der AfD-Wähler nennt Linke als zweitliebste Partei. Ablehnung der AfD bei Linken-Anhängern geringer als bei Wählern anderer Parteien. Allensbach: Wähler von Linkspartei und AfD haben „relative Nähe“.
Die Anhänger der Linkspartei und der AfD stehen sich weit näher als bisher bekannt. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (F.A.S) mit Bezug auf eine bisher unveröffentlichte repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach. So nennt rund ein Drittel der AfD-Anhänger, nämlich 31 Prozent, die Linkspartei als zweitliebste unter allen Parteien. Das sind deutlich mehr als bei den Grünen oder der SPD, bei denen 24 beziehungsweise 15 Prozent die Linkspartei als zweitliebste Partei angeben.
Bei den Linken-Wähler nennen 22 Prozent die AfD als ihre zweitliebste Partei. Das sind erheblich mehr als bei allen anderen Parteien: Bei den Anhängern der CDU sagen das nur fünf Prozent, bei den Grünen nennen nur drei, bei der SPD zwei Prozent die AfD als Nummer zwei ihrer Wahl. „Bei aller Abgrenzung überschneidet sich ein beträchtlicher Teil der Anhängerschaft von Linken und AfD“, sagte Thomas Petersen vom Allensbach-Institut der F.A.S.
Auf die Frage, welche Partei am wenigsten sympathisch sei, nannten 57 Prozent der Linken-Anhänger die AfD. Bei den Anhängern anderer Parteien ist dieser Prozentsatz allerdings deutlich höher: 64 Prozent bei der FDP, 69 Prozent bei der CDU, 77 Prozent bei der SPD und 78 Prozent bei den Grünen.
Bei den AfD-Anhängern nennen 34 Prozent die Linke als unsympathischste Partei, gefolgt von FDP und CDU mit 27 beziehungsweise 21 Prozent. Die Abneigung der AfD-Anhänger gegenüber der Linkspartei ist also geringer als jene der Linken-Wähler gegenüber der AfD. Aber dennoch lehnen die Anhänger aller anderen Parteien die AfD in weit höherer Zahl ab als die Linken-Wähler. „Es gibt strukturell eine relative Nähe zwischen AfD und Linkspartei“, sagte Meinungsforscher Petersen der F.A.S. Das Institut hatte im August 1429 Personen befragt.



