Die Selbstbereicherungs-Mentalität deutscher Politiker kennt keine Grenzen. Mit einem Trick haben Bürgermeister Anspruch auf eine so genannte "Sofort-Pension" bereits nach sechs Jahren: 2400 € monatlich - und das schon ab 40. Ein normaler Untertan müsste dafür 79 Jahre arbeiten.
Um monatlich 2.400 Euro Rente zu bekommen, muss ein Durchschnittsverdiener im Westen 79 Jahre arbeiten, im Osten sogar 84 Jahre. Dann ist er gut und gerne 100 Jahre alt – das ist natürlich unmöglich!
Ganz unmöglich ist es trotzdem nicht. Es geht sogar viel schneller. Mit einem ganz legalen Trick gelingt es Politikern an 2.400 Euro Rente schon nach sechs Jahren Arbeit zu kommen, und zwar sofort und ganz ohne in die Rentenkasse eingezahlt zu haben.
Weimars früherer Baudezernent Carsten Meyer bekommt diese Pension schon seit seinem 40. Lebensjahr, komplett finanziert aus Steuergeldern. Er bekommt sie nicht nur, er hat sogar Anspruch darauf, denn er hat in Weimar sechs Jahre lang als Baubürgermeister gearbeitet. Damit hat er selbst ein Problem: "Ich finde es absurd und moralisch schwierig, dass man bereits mit 40 eine Pension bekommt, ob man will oder nicht. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Ich habe mal nachgefragt, man kann sie nicht ablehnen."
Krass: Pension schon nach 16 Tagen
Noch krasser ist der Fall Jutta Bott (SPD). Im Jahr 2012 war sie Stadtkämmerin in Osnabrück – für 16 Tage. Wegen einer dienstlichen Verfehlung wurde sie abgewählt. Weil aber vorherige Zeiten im öffentlichen Dienst angerechnet werden, darf sie nach 16 Dienstagen ein Ruhegehalt von etwa 2.500 Euro kassieren.



