Jagd auf Mittelmeer-Schleuser - Vorwürfe gegen deutsche Behörden. Die Bundesmarine soll zumindest bei einem Einsatz Ermittlungen behindert haben.
Italienische, libysche und deutsche Fahnder jagen Mitglieder einer internationalen Schleuserbande. Sie soll federführend sein bei der illegalen Einwanderung von etwa 150 000 Migranten, die seit 2014 jährlich aus Afrika über das Mittelmeer nach Italien kommen.
Rund 10 000 Migranten ertranken in den letzten drei Jahren auf der zentralen Mittelmeerroute bei dem Versuch, nach Europa überzusetzen.
Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, gab es bislang drei große Operationen italienischer Behörden gegen die Schlepperorganisation, 71 Haftbefehle wurden ausgestellt.
Zahlreiche Spuren führen nach Deutschland; italienische Fahnder glauben, dass ein Teil der Gewinne aus dem Schleusergeschäft in der Bundesrepublik landet. Manche beklagen sich über mangelnde Kooperationsbereitschaft deutscher Behörden.
Die Bundesmarine, die mit Schiffen an der Rettungsoperation „Sophia“ im Mittelmeer beteiligt ist, soll nach diesen Vorwürfen zumindest bei einem Einsatz Ermittlungen behindert haben. Zwei der mutmaßlichen Drahtzieher des Schleusernetzwerks sollen sich derzeit in der libyschen Küstenstadt Sabrata aufhalten.



