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Börsen im Windschatten der Notenbanken

FED sorgt für gute Stimmung an den Börsen - wie lange noch? Japanischen Notenbank stimuliert. EZB macht nichts und GB-Notenbank auch nicht. Ölpreis bricht ein. Waffenstilltand in der Ost-Ukraine. Moskauer Börse bleibt top.

 

von Andreas Männicke

In der vergangenen Woche dominierten wieder einmal die Notenbankentscheidungen das Geschehen an den Weltbörsen. Die Europäischen Notenbank ließ die Zinsen unverändert, die englische auch, sie will aber die Zinsen in Zukunft senken, ebenso wie die japanische Notenbank, die aber die Geldmenge – wahrscheinlich durch Aktienkäufe – mehr ausweiten will.

 

Auch die FED ließ die Zinsen am 21. September unverändert, worauf die Anleger gleich wieder erleichtert zugriffen und die Aktienkurse am 21. und 22. September uni sono anstiegen. Am 23. September kam es aber schon wieder zu gewinnmitnahmen und leichten korrekteren an den Weltbörsen. Nun fragen sich die Anleger wie lange der Rückenwind anhält.

 

FED sorgt temporär für Rückenwind, aber die Glaubwürdigkeit nimmt ab

 Da die amerikanische Notenbank FED die Zinsen am 21. September nicht erhöht hat, stiegen die Aktienkurse an der Wall Street wieder an. Besonders gut läuft es an der Moskauer Börse, aber auch in Kasachstan. Die Sberbank erreichte seit 2015 schon ein Plus von 156% und Aeroflot ein Plus von 180%. Das Muster-Depot des Börsenbriefs EAST STOCK TRENDS (www.eaststock.de) konnte in diesem Jahr schon um 55% zulegen.

 

Da die FED-Chefin Janet Yellen aber eine Zinserhöhung für Dezember in Aussicht stellte, war die Stimmung auch wieder gedämpft. Der Rückenwind der FED dürfte nicht lange anhalten, denn jetzt beginnt der „heiße Herbst“ an den Weltbörsen. Zudem nimmt die Glaubwürdigkeit der Notenbankpolitik immer mehr ab, da die Notenbank-Ziele wie 2 Prozent Inflation nicht erreicht werden.

 

Sorgen um die Deutsche Bank AG

Dabei sieht das Konjunkturbild in den USA nicht sonderlich positiv aus, aber auch nicht in Europa mit sehr schwachen Wachstumszahlen in Frankreich und Italien. In Deutschland muss man sich sogar Sorgen um  den Fortbestand der Deutsche Bank AG machen, die von US-Justizministerium eine Klage über 14 Mrd. USD wegen Immobilienkredite aus den Jahr 2008 auf den Tisch bekam. Dennoch schnitt auch der DAX nach der Zinsentscheidung   der FED zunächst recht positiv ab.

 

Am 23. September korrigierten aber auch der DAX um 0,65 Prozent auf 10.614 Indexpunkte, ebenso wie der Dow Jones Industrial Index um 0,71 Prozent auf 18.261 Indexpunkten.  Gold tendierte seitwärts bei 1338 US-Dollar/Unze und Silber gab um 0,96 Prozent auf 19,70 US-Dollar/Unze nach, nachdem die Preise für Gold und Silber an  den beiden Vortage auch davon profitierten, dass die FED zunächst nichts machte und die Füße still hielt.

 

Moskauer Börse bleibt top

Besonders gut schnitt in diesem Jahr die weiterhin Moskauer Börse  ab. Der RTS-Index stieg schon über 25 Prozent, korrigierte am Freitag aber auch um 0,82 Prozent auf 993 Indexpunkten, nachdem der Brent-Ölpreis um 3 Prozent auf 46,03 US-Dollar/Barrel und der WTI-Ölpreis sogar um 4,1 Prozent auf 44,03 US-Dollar/Barrel nachgab. Noch bessrer als der russische Aktienmarkt schnitten in Osteuropa nur die Aktien aus Kasachstan ab, die schon um 28 Prozent in diesem Jahr zulegen konnte.

 

Die Probleme in Syrien und Ukraine bleiben auch nach dem Waffenstillstand ungelöst

Der Vize-.Kanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel war vergangene Woche in Moskau, um die Wirtschaftsbeziehungen zu Russland verbessern, die aber noch sehr unter den Sanktionen leiden. Voraussetzung für die Beendigung der Sanktionen ist die Umsetzung der Minsk 2 Vereinbarungen für die Ukraine. In der Ukraine wurde zwar ein Waffenstillstand beschlossen, der aber sehr brüchig ist.

 

Auch in Syrien gab es ein Waffenstillstandsabkommen, das aber zunächst von der amerikanischen Luftwaffe gebrochen wurde, indem 60 syrische Soldaten bei einen US-Luftangriff angeblich „versehentlich“ getötet wurden. Wer für den anschließenden Anschlag auf die UN-Hilfslieferungen verantwortlich war, ist noch ungeklärt. Auch hernach wurde Aleppo weiter bombardiert und es starben weiter Zivilisten. Wer ist nun in der Lage, dieses unnötige Morden zu beenden? Aber auch die Probleme in der Ukraine bleiben ungelöst, was aber im Moment kein relevantes Thema für die Börsen zu sein scheint.

 

Erst informieren, dann investieren.

Nach der Korrektur  im August/September 2015,  in der ersten Dezemberhälfte 2015 und  auch in den ersten  Handelswochen im neuen Jahr  (bis 12. Februar) bleibt auch die Moskauer Börse eine attraktive und stark unterbewertete Trading-Börse, die vom 21. bis 29. Januar 2016 sogar um 25 Prozent und vom 11. Februar  bis Mitte August    2016 um über 45 Prozent anstieg, was die großen Trading-Chancen selbst in einem Bärmarkt aufzeigt.  Die Moskauer Börse tendierte zuletzt stabil seitwärts. 6 Börsen aus Osteuropa konnten auch in 2016 den DAX klar outperformen und sind immer noch im Plus.

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