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Deutsche Bank: Wie lange noch?

Bei der Deutschen Bank scheint es langsam brenzlig zu werden. Droht ein Bail out? Allianz: Regierung wird helfen. - Der gesamte Bankensektor in Europa stürzt ab. Neue Finanzkrise in Sicht?

 

Spitzenpolitiker der Union haben sich auffallend zurückhaltend zu den Vorgängen rund um die Deutsche Bank geäußert. "Wir hatten noch keine Diskussion in der Fraktion darüber", sagte CDU/CSU-Fraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer am Dienstag in Berlin. Die letzten Informationen seien ja auch noch "relativ neu".

 

Die deutsche Regierung wird nicht um ein Bail Out der Deutschen Bank herumkommen, wenn die Finanzlage der Bank schlecht genug wird, davon ist zumindest Andreas Utermann, Chief Investment Officer der Allianz Global Investors AG, überzeugt.

Gegenüber Bloomberg erklärte er gestern: "Ich kaufe Deutschland die Aussage nicht ab, dass Deutschland letztlich nicht aushelfen wolle, wenn die Deutsche Bank wirklich in Schwierigkeiten steckt. Dies ist zu bedeutend für die deutsche Wirtschaft."

Merkels Sprecher Seibert hatte gestern betont, es bestehe kein Anlass für Spekulationen über mögliche Staatshilfen für das größte Geldhaus des Landes.

 

Kahlschlag bei Commerzbank

Bis 2020 könnten 9.000 Stellen bei der Commerzbank wegfallen. Das sind deutlich mehr, als bisher vermutet. Da der Umbau richtig Geld kostet, gibt es dieses Jahr auch wieder keine Dividende. Langfristig dürften Aktionäre aber von CEO Zielkes Radikalkur profitieren - meint Der Aktionär

Eines steht derweil fest: der gesamte Bankensektor in Europa wankt. Auch in der Schweiz sieht es mit Credit Suisse und UBS nicht gut aus. Überall zeigen die Kurspfeile schon seit langem nach unten. Beobachter glauben deshalb, dass dies die Vorboten einer neuen Finanzkrise sein könnten.

 

Internationale Presse:

Die Ablehnung staatlicher Rettungen

Es gibt angeschlagene europäische Banken. Und es gibt die Deutsche Bank. (...) Die Deutsche Bank ist Deutschlands größtes Finanzunternehmen und ein entscheidender Kreditgeber für die Exportmaschine des Landes. Aber ihr Status als Institution, dass sie zu groß zum Scheitern ist, steht im Konflikt mit der Ablehnung staatlicher Rettungen durch die deutsche Öffentlichkeit – sei es für Länder (wie Griechenland) oder Banken. New York Times, USA

Die Deutsche Bank gefährdet – und der Euro auch?

„Sollte die deutsche Regierung nicht hinter der Bank stehen, werden unausweichlich auch alle ihre Gegenparteien – andere Banken und Instituten, mit denen sie Geschäfte macht – unsicher werden, ob sie mit ihr handeln sollen. (...) Sollte die Deutsche Bank untergehen, sieht es immer wahrscheinlicher danach aus, dass sie Merkel mit sich reißen wird – und mit einiger Wahrscheinlichkeit auch den Euro.“ – Daily Telegraph, Großbritannien

Es fühlt sich an wie 2008 – als Lehman scheiterte

„Eine 'deutsche Bankenkrise' würde die Italiener erfreuen, die von Deutschland gemaßregelt worden sind, sich 'an die Regeln zu halten' - ganz zu schweigen von [Finanzminister] Schäubles Hartnäckigkeit, in einem Zeitalter von Rettungen mit erzwungener Beteiligung der Gläubiger ('mandatory bail-ins') keine staatlichen Rettungen zu vollziehen – und erklärt, weshalb Merkels Partei so sehr acht gibt, nicht zuzugeben, dass eine staatliche Rettung (_bailout') die letztendliche Lösung ist.“ Finanzblog Zerohedge

 

Gold

Am Goldmarkt hat die Spannung offenbar zunächst nachgelassen, nachdem die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton laut Ansicht der meisten Beobachter als deutliche Siegerin aus dem ersten TV-Duell mit ihrem Kontrahenten Donald Trump hervorgegangen ist. Gold handelt am Morgen daher wieder etwas schwächer bei 1.335 USD je Feinunze, nachdem es gestern Abend zeitweise auf über 1.340 USD gestiegen war. Der Preisanstieg gestern wurde wieder durch moderate ETF-Zuflüsse von zwei Tonnen begleitet.

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