Nachdem schon angeblich 2015 weniger Asylanten nach Deutschland eingewandert sind (unter 1 Mio.) als zunächst verlautbart korrigiert das Bamf nun die Monatszahlen für 2016 nach unten. Auf zwölf Monate hochgerechnet kommen 2016 angeblich weniger als 200.000 Personen.
Im September wurden etwa 13.000 Asylsuchende neu in Deutschland registriert. Seit April waren es in keinem Monat mehr als 14.000. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) unter Berufung auf eine Aufstellung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), die ihr vorliegt. Bisher hatte die Bundesregierung deutlich höhere Zahlen genannt: jeweils etwa 16.000 für die Monate April bis Juli, 18.000 für den August. Die Korrektur hängt mit einer Umstellung der Datensysteme zusammen, nach der Mehrfachmeldungen nun ausgeschlossen sind.
Die neuen Zahlen sind angesichts der Debatte über eine Begrenzung der irregulären Zuwanderung von Belang. Rechnet man das stabile Niveau seit April auf zwölf Monate hoch, ergibt sich eine Gesamtzahl von 162.000 Migranten – deutlich weniger als die von der CSU geforderte Obergrenze von 200.000. Allerdings liegt Deutschland im Kalenderjahr 2016 über dieser Grenze: Bis Ende September zählte das Bamf 210.000 neue Migranten.
Von ihnen kamen 118.000 in den ersten beiden Monaten des Jahres, als die Balkanroute noch offen war. Im März fiel die Zahl auf 15.000 – die mazedonische Grenze war geschlossen, die Ägäis nach dem EU-Türkei-Abkommen abgeriegelt worden. Seitdem schwankt sie in jedem Monat zwischen 13.000 und 14.000.
Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte am Freitag schon die Zahlen für 2015 deutlich nach unten korrigiert: Demnach kamen statt 1,1 Millionen Migranten 890.000 ins Land. Das liegt nahe bei der Prognose des Ministers von Mitte August jenes Jahres: 800.000. Man habe die Dynamik der Flüchtlingswelle richtig eingeschätzt, heißt es dazu nun in seinem Haus – und zwar noch bevor das Bamf das Dublin-Verfahren für Syrer aussetzte und Migranten aus Ungarn einreisen durften.



