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Deutsche Bank: Wie schlimm ist es wirklich?

Martin Armstrong glaubt an einen System-Crash und an eine Kernschmelze des globalen Finanzsystems. Deutsche Bank nach Allzeit-Tief erholt. Commerzbank will 9000 Stellen abbauen. Desaströse Folgen der EZB-Politik. OPEC einigt sich auf Fördermengen-Drosselung. Moskauer Börse profitiert.

 

von Andreas Männicke

Der Kurs der Aktie der Deutschen Bank AG erreichte am 30. September morgens ein neues Allzeit-Tief von unter 10 €, um am 30. September intraday wieder um über 10 Prozent auf 11,6 € anzusteigen. Es mehren sich die Gerüchte, dass sich die Deutsche Bank AG auch wegen der Klage aus den USA in einer Liquiditätskrise befindet und eine Not-Kapitalerhöhung machen muss.  Immer mehr Hedgefonds spekulieren  nicht nur auf fallende Kurse bei der Deutschen Bank AG  - wie auch die Investmentlegende George Soros -, sondern räumen auch ihre Konten bei der Deutschen Bank AG, was ein erstes Alarmzeichen ist, denn die Deutsche Bank AG ist die größte Clearing-Stelle für fast 200 Hedgefonds in Europa. - Kurstechnisch sieht es bei der Commerzbank nicht viel besser aus.

 

Zudem plant die Commerzbank einen Stellenabbau von 9000 Stellen. Viel besser geht es - allen Unkenrufen zum Trotz - der russischen Sberbank in Russland mit einem Plus von über 150 Prozent seit Anfang 2015. Kann es  aber bei einer Pleite der Deutschen Bank AG zu einem System-Crash kommen oder Muss die Deutsche Bank AG – anders als in 2008/9 - dann doch Staatshilfe in Anspruch nehmen? Kommt es nun zu einer neuen Bankenkrise in Europa? Eine ausführlich Analyse zur Deutschen Bank AG und zur möglichen Bankenkrise in Europa ist jetzt abrufbar unter www.andreas-mannicke.de

 

Nach einer turbulenten Woche hatte sich der Deutsche Bank Kurs am Freitag stabilisiert. Berichten zufolge soll die US-Strafe nun bei lediglich 5,4 Milliarden Dollar liegen. Bankchef John Cryan verbrachte die Woche nach BamS-Infos in New York, wo er am Montag „Tristan und Isolde“ den Saisonauftakt in der Metropolitan Opera besuchte. Aus der Bank heißt es dazu, die Bank sei Sponsor und Cryan sei mit Kunden dort gewesen.



Der Deutschen Bank drohen darüber hinaus weitere Strafen, unter anderem wegen mutmaßlicher Beihilfe zur Geldwäsche im Russlandgeschäft. Hier ermitteln mehrere amerikanische und europäische Aufsichtsbehörden. Nach BamS-Informationen hat die Bank umfangreiche Unterlagen an die Aufseher geschickt, die Verhandlungen über die Höhe der Strafe haben allerdings noch nicht begonnen.



Der Finanzwissenschaftler Wolfgang Gerke fordert in BamS trotz der jüngsten Kurserholung der Aktie eine Staatsbeteiligung an der Bank. "Grundsätzlich bin ich gegen staatliche Eingriffe", sagte der Präsident des Bayerischen Finanz-Zentrums. "Mittlerweile denke ich, dass der Staat sich mit 20 Prozent beteiligen sollte, bevor die Hedgefonds die Bank so schlecht geredet haben, dass sie ein billiger Ausverkauf ist." Eine Staatsbeteiligung wäre "ein Signal, dass den ganzen Markt drehen könnte“.

 

Es lebe der große Unterschied

Wesentlich besser als bei der Deutschen Bank sieht es nach wie vor bei der Sberbank aus, die ihre Erträge in diesem Jahr durch normales Kreditgeschäft wesentlich erhöhen könnte. Der Kurs gab zwar am Freitag um 1,7 Prozent auf 8,4 € nach; er stieg aber um fast 100 Prozent schon in diesem Jahr und um über 150 Prozent seit Anfang 2015. Russland konnte nun auch einen Eurobond über 1,75 Milliarden US-Dollar mit eine Rendite von fast 4 Prozent  platzieren, wobei die Nachfrage sehr groß war. Allen Unkenrufen und allem Russland-Bashing  zum Trotz waren und sind Anleger in Russland bisher wesentlich besser aufgehoben als in Deutschland insbesondere wenn man die Kurse der Deutschen Bank AG und der Sberbank, aber auch von Aeroflot und der Lufthansa AG vergleicht. Es lebe der große Unterschied!

 

Gold

Gold dümpelt weiter vor sich hin und handelt am Morgen bei rund 1.310 USD je Feinunze auf einem 2-Wochentief. In Euro gerechnet rutscht Gold sogar fast auf ein 3-Wochentief von 1.170 EUR je Feinunze ab. Belastend wirken der wohl zuletzt etwas höhere Risikoappetit der Marktteilnehmer, der leicht festere US-Dollar und moderat steigende Anleiherenditen. Zudem erhält Gold schon seit Wochen kaum noch Unterstützung seitens der ETF-Investoren. Den von Bloomberg erfassten Gold-ETFs sind im September „nur“ 11 Tonnen Gold zugeflossen. Dies war der geringste Monatszufluss seit April. Und auch die Münzabsätze in den USA ziehen nur zögerlich wieder an. Gemäß Daten der US-Münzanstalt wurden im September 63 Tsd. Unzen Goldmünzen verkauft. Dies war zwar 8% mehr als im Vormonat, aber gerade mal die Hälfte des Vorjahres.

 

OPEC überrascht mit einer Fördermengen-Drosselung

Die OPEC einigte sich überraschend zudem auf eine Fördermengendrosselung von 33,5 auf 32,5 Mio. Barrel/Tag, was dem Brentölpreis zu einem Kurssprung auf über 49 US-Dollar/Barrel verhalf. Auch Russland will die Fördermengen jetzt verringern. Es ist aber fraglich, ob dies auch eingehalten wird. Durch den stark gestiegenen Ölpreis  stieg auch der Rubel auf 70,67 EUR/RUB an. Dennoch gaben die meisten Ölaktien wie auch der RTS-Index am Freitag durch Gewinnmitnahmen etwas nach.

 

Erst informieren, dann investieren.

Nach der Korrektur  im August/September 2015,  in der ersten Dezemberhälfte 2015 und  auch in den ersten  Handelswochen im neuen Jahr  (bis 12. Februar) bleibt auch die Moskauer Börse eine attraktive und stark unterbewertete Trading-Börse, die vom 21. bis 29. Januar 2016 sogar um 25 Prozent und vom 11. Februar  bis Mitte August    2016 um über 45 Prozent anstieg, was die großen Trading-Chancen selbst in einem Bärmarkt aufzeigt.  Die Moskauer Börse tendierte zuletzt stabil seitwärts. 6 Börsen aus Osteuropa konnten auch in 2016 den DAX klar outperformen und sind immer noch im Plus.

www.andreas-maennicke.de

 

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