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10 Black Swans bedrohen das globale Finanzsystem

Black Swans ante portas? Weltbörsen seitwärts. 9 Börsen aus Osteuropa unter den Top 30. Moskauer Börse profitiert vom Ölpreisanstieg. Gold kommt nicht von der Stelle. Brisante Markttechnik.

 

von Andreas Männicke

Die Weltbörsen bewegten sich in den letzten Wochen seitwärts. Die Frage ist, ob die großen Weltbörsen-Indices in den nächsten Wochen nach oben oder nach unten ausbrechen. Dabei gilt es bis Jahresende noch so einige Hürden zu überwinden. Es drohen sogar einige black swans wie die mögliche Pleite der Deutsche Bank AG. Mit dem bisherigen Kursverlauf an den globalen Aktienbörsen  können insbesondere die Anleger in Osteuropa zufrieden sein, denn 9 Börsen aus Osteuropa zählen zu den 30 am besten performenden Aktienbörsen der Welt.

 

8 Börsen aus Osteuropa bleiben top – trotz Brexit

Am besten schnitten die Börsen aus Kasachstan und aus Russland ab mit einem Plus von jeweils über 30 Prozent sogar in Euro. Aber auch die Börsen aus Ungarn und Lettland überzeugen mit einem Plus von fast 20 Prozent.

 

Klare Outperformer gegenüber dem DAX oder S&P-Index bleiben aber auch die Börsen aus Kroatien (+18 Prozent), Estland (+12 Prozent),  Litauen (+12 Prozent), Bulgarien (+10 Prozent) und Türkei (+9 Prozent). Die positive Überraschung unter den etablierten Weltbörsen ist die Londoner Börse. Selbst nach dem Brexit stieg der FTSE100-Index um 14 Prozent auf ein neues Allzeit-Hoch von über 7000 Indexpunkten. Freilich blieb für deutsche Anleger von der guten Aktien-Performance nicht viel übrig, da das Pfund auf ein neues Jahres-Tief fiel.

 

Emerging Markets sind wieder gefragt

Sehr wenig beachtet wird zu Unrecht  die Börse aus Neuseeland, die nicht nur in diesem Jahr um 12,6 Prozent angestiegen ist, sondern jedes Jahr seit 2009 und damit auch neues Allzeit-Hochs erzielte. Hinzu kamen hohe Währungsgewinne. Sehr positiv schnitten aber auch viele Energing Markets ab - vor allem die südamerikanischen Börsen aus Peru, Argentinien und Brasilien mit einem Plus von jeweils über 40 Prozent seit Jahresbeginn.

 

Dagegen enttäuschen die Börsen aus Japan und China weiterhin mit Kursverlusten von 13 bis 15 Prozent, wobei es hier aber in Japan immerhin zu hohen Währungsgewinnen aufgrund des starken Yens kam, genau im Gegenteil zum britischen Pfund, das auf ein neues Tief fiel, nachdem nun der späteste Brexit-Termin für März 2017 bekannt gemacht wurde.

 

Brisante Marktechnik

Aber auch der DAX enttäuschte in diesem Jahr, da er immer noch leicht im Minus ist. Immerhin tendiert auch der DAX seit August stabil seitwärts in der Range 10.200 bis 10.800 Indexpunkten. Bei über 10.800 Indexpunkten kann es zu einer Jahresendrally kommen, bei unter 10.150 Indexpunkten kann es aber auch zu einem Mini-Crash kommen. Möglich wären aber auch erst ein Mini-Crash und dann eine Jahresendrally. Die Markttechnik ist also jetzt sehr brisant. Auch der Goldpreis gab zuletzt auf ein neues 3-Moantstief nach, nachdem die kritische Marke von 1300 US-Dollar/Unze nach unten durchbrochen wurde.

 

Black Swans ante portas

Große Sorgen bereitet hier weiter die Deutsche Bank AG aufgrund der 14 Milliarden US-Dollar-Klage des US-Justizministeriums. Hier ist es gut möglich, dass es eine Zwangs-Kapitalerhöhung geben muss, falls die Vergleichssumme zu hoch ausfallen sollte. In einer Studie der französischen Bank Société General wurde der Kapitalbedarf der Deutschen Bank AG auf 20 Milliarden € geschätzt. Aber nicht nur eine mögliche Pleite der Deutschen Bank AG wäre ein black swan.

 

Es drohen in Zukunft  auch weitere Gefahren wie die Spaltung Europas, das Ende des Euros, das Platzen der Anleihen-Blase durch steigenden Zinsen, das Patzen der Schuldenlase (Schuldenschnitt, Staatsbankrotte),  Wachstumsdämpfer in den USA, China und Europa, Währungs-Kriege (Abwertung des Yuan), Cyber-Kriege, Terroranschläge  und viele geopolitische Krisen (Syrien, Ukraine, Nord-Korea), die sogar zu einem Weltkrieg führen können. Durch die Vernetzung wirken sich mögliche Domino-Effekte wesentlich schneller und dramatischer aus als früher. Sie können wie im Jahr 2008 auch das globale Finanzsystem bedrohen, das ohnehin auf sehr tönernen Füssen steht.

 

Einige Hürden bis Jahresende sind zu nehmen

Trotz der überwiegend positiven Entwicklung der Börsen und zumindest stabilen Seitwärtsentwicklungen in den letzten Wochen, ist es fraglich ob nun noch eine Jahresendrally an den Aktienmärkten folgt, denn es stehen auch wichtige Entscheidungen an, wie die Präsidentschaftswahl in den USA am 8. November, wo zwischen Pest und Cholera entschieden wird, aber auch die Wahl am 4. Dezember über eine Verfassungsänderung in Italien, wo der Premier Renzi abtreten will, wenn das Referendum nicht positiv entschieden wird.

 

Zudem kommen die Ängste um eine Zinserhöhung in den USA oder eine zu starke Abwertung des Yuan, worauf wiederum - wie schon zu Jahresbeginn -  auf eine Schwäche der chinesischen Wirtschaft geschlossen werden könnte. Aber auch die Anleihen-Blase könnte platzen, falls die Inflation zu stark ansteigt.

 

Moskauer Börse profitiert vom OPEC-Beschluss

Für die Moskauer Börse wird von großer Bedeutung sein, was die OPEC in den nächsten Wochen offiziell beschließen wird, denn der letzte überraschende Beschluss über eine Fördermengen-Drosselung  in Algier ist noch inoffiziell. Russland signalisierte bereits, dass sich Russland der Produktions-Minderung anschließen wird.

 

Der Brentölpreis stieg seit dem inoffiziellen Beschluss schon von 46 auf über 52 US-Dollar/Barrel. Der RTS-Index erreichte letzte Woche noch ein neues Jahres-Hoch mit 1009-Indexpunkten, was ein Plus von 33,3 Prozent seit Jahresbeginn bedeutete, korrigierte nun aber wieder auf 977 Indexpunkte

 

Es lebe der große Unterschied

Besonders groß und deutlich ist der Unterschied in der Performance der Sberbank und der Deutschen Bank AG bzw. von Aeroflot und der Lufthansa AG, denn dies ist der Unterschied zwischen neuen Jahres-Höchstkursen bei den russischen Aktien und einem Jahrestiefstkurs bei den deutschen Aktien. Die Sberbank könnte im worst case sogar sicherer sein als die Deutsche Bank AG. Es lebe der große Unterschied!

 

Aber viel zu wenige deutsche Anleger haben bisher die die großen Chancen in Osteuropa genutzt, da die Börsen aus Osteuropa von den Medien noch sehr stiefmütterlich behandelt werden Banken kaum auf die Chancen hinweisen. Zudem ahben zu wenige deutsche Anleger den Mut, über den Tellerand zu schauen, was aber ein Fehler ist. Negativ wirkt sich sicherlich auch das permanente Russland- und  Putin-Bashing der Leitmedien aus, was viele Anleger verscheuchte.

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