Joachim Steinhöfel zur US-Wahlkampf-Farce 2016 - fest steht: im Januar zieht entweder ein pathologischer Narzisst oder eine korrupte Lügnerin ins Weiße Haus ein.
Joachim Steinhöfel aus Washington:
Man muss sehr weit in die Geschichte zurückblicken, um sich an eine Präsidentschaftswahl mit gleich zwei so indiskutablen Kandidaten zu erinnern.
Das Phänomen "Trump" dokumentiert, dass die Amerikaner genug haben von einem disfunktionalen Politiksystem und dessen verabscheuten Protagonisten. Sie folgen dem Motto "es reicht uns - jetzt probieren wir es mit einem Außenseiter".
Die ganze Verlogenheit dieses Wahlkampfes zeigt die Hysterie über die peinliche Sex-Prahlerei von Donald Trump, die ausgerechnet von Hillary Clinton genutzt wird.
Bevor es in Vergessenheit gerät: es sind Bill Clintons DNA-Spuren auf Monica Lewinskys Kleid und jeder Amerikaner weiß, wie sie dorthin gekommen sind. Während das aber politische Folklore ist, überschlägt sich die Erregung in Sachen Trump. Tatsächlich ist Trump in Sachen Sex nur die politisch korrekte Ausgabe eines Bill Clinton.
Tragisch, dass Sex-Tapes die Debatte bestimmen und nicht politische Themen.
Hillary, die Nixon wie einen Weisennaben aussehen lassen wird wenn sie ins Amt kommt - eine Frau, die nie die Wahrheit gesagt hat, wenn es auch eine Lüge tut.
Trump? Der Fleisch-gesichtige Barbar, der dem Establishment den Kampf ankündigt - mit den kleinen Schönheitsfehler, dass er selber dazugehört.
Clinton ist nicht nur korrupt – sie hat mit dem "Clinton-Foundation" gleich ein ganzes mafiösen Gebilde zum Zwecke ihrer Bereicherung geschaffen. Trump wiederrum droht seinen Gegnern mit dem Einsatz der Bundesregierung mit dem Wortschatz eines Zwölfjährigen und nur vagen Vorstellungen von Gewaltenteilung.
Er flankiert dies mit abstrusen Verschwörungstheorien deren Terminologie aus dunklen Zeiten der Geschichte stammt.
Die Herausforderungen für die nächsten US Präsidenten sind enorm. Von Zusammenbruch von Obama Care im Inneren bis zu den aktuellen und zukünftigen Konfliktherden in der Ukraine, Syrien, Iran, Russland und China. Keiner der Kandidaten scheint Ihnen gewachsen.
Fest steht nur: im Januar zieht entweder ein pathologischer Narzisst oder eine korrupte Lügnerin ins Weiße Haus ein.



