DDoS-Angriffe auf DNS-Provider in bisher nie gekanntem Ausmaß legten am Freitag große Internetseiten lahm. Es ist davon auszugehen, dass dies erst der Anfanfg einer globalen Störaktion ist. Betroffen bisher: Twitter, SoundCloud, Spotify, Shopify. Auch Github, Airbnb, Reddit, Freshbooks, Heroku und Vox Media melden Probleme. Die Hintergründe sind unklar.
Via Corero Network Security
TechCrunch meldet, dass eine Reihe von vielgenutzten Seiten und Diensten für zahlreiche User nicht erreichbar sind. Genannt wurden Twitter, SoundCloud, Spotify und Shopify. Facebook scheint bisher verschont. Die Hintergründe der Störaktion sind bisher unklar.
Die Ursache scheint ein Ausfall beim DNS-Provider Dyn aufgrund einer DDOS-Attacke zu sein, wie ursprünglich von Hacker News gemeldet. Auch andere Seiten melden bereits Probleme, darunter die Webpräsenzen von Github, Airbnb, Reddit, Freshbooks, Heroku und Vox Media. Die Benutzer scheinen abhängig vom Zugriffsort mehr oder weniger Schwierigkeiten mit der Erreichbarkeit der Seiten zu haben. Von Europa oder Asien aus, zugreifende Nutzer scheinen derzeit weniger Probleme zu haben.
Dyn selbst hat verlautbart, dass die DDoS-Attacke im Moment mehrheitlich Kunden an der amerikanischen Ostküste betrifft, und darunter insbesondere Managed DNS-Kunden. Dyn arbeitet weiter mit Hochdruck daran, die Attacke in den Griff zu bekommen.
Dazu Dave Larsson, COO bei Corero Network Security: „DDoS-Angriffe, die sich speziell gegen Domain Name Service Provider wenden, richten naturgemäß besonders großen Schaden an. Nicht nur für das eigentliche Opfer. Gerade solche Attacken sind immer für Kollateralschäden gut. Ein DDos-Angriff auf einen DNS-Operator, der sich gegen eine Domain oder eine Gruppe von Domains richtet, kann unabhängig vom verwendeten Vektor oder der eingesetzten Technologie die spezifische Domain lahmlegen bzw. auch jede beliebige weitere Domain in einer bestimmten Region. Unbeteiligte Nutzer werden sofort in Mitleidenschaft gezogen bis der Angriff aufhört oder eine Lösung gefunden werden kann.
DNS-Provider sitzen an einer zentralen Schnittstelle im Internet. Sie müssen sich im Klaren darüber sein welche fatalen Auswirkungen eine DDoS-Attacke auf die Verfügbarkeit diverser Seiten und Dienste hat. Gegen diesen Angriffstypus helfen nur automatisierte DDoS-Abwehrmechanismen um Kunden wirksam und schnell genug zu schützen. Cloud-basierte Dienste zur Abwehr DDoS-Angriffen, die menschliche Interventionen sowie re-routing des Internetverkehrs im Angriffsfall benötigen, helfen bei dieser Art von Attacken nicht weiter.“
PIRATEN: Hack-Attack - Angriff auf die Infrastruktur - Keine kritischen Anlagen über das Netz betreiben
Gestern erfolgte ein konzentrierter Hacker-Angriff auf die US-Firma Dyn, die als eine Art "Telefonvermittlung" im Internet agiert. Nutzer geben den Namen der Website ein und Dyn verwandelt diese Eingabe in die eigentliche numerische Adresse des einzelnen Webangebotes. Der Angriff auf diese Infrastruktur wurde nach eigenen Angaben von einer Gruppe namens "New World Hackers" ausgeführt, die über ein Botnetz die Server von Dyn mit Millionen gleichzeitiger Anfragen (DDOS - Distributed Denial of Service) in die Knie gezwungen haben.
Die Piratenpartei sieht im Anschluss kritischer Infrastruktur wie Kraftwerken etc. ein erhebliches Risiko und fordert, solche Anlagen nicht über das Netz zu steuern, sondern nur durch geschlossene Systeme.
Patrick Schiffer, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland:
»Dieser Angriff zeigt unsere Abhängigkeit vom Internet und wie letztlich alles an einzelnen Knotenpunkten hängt. Er erinnert uns ebenfalls daran, warum wir kritische Infrastruktur nicht einfach ans Netz hängen können. Das war sicher nicht die letzte Denial-of-Service Attacke. Allerdings war das hier in der Größenordnung etwas Anderes als bekannt, da nicht eine einzelne Seite, sondern der DNS-Provider Ziel des Angriffs wurde. Wir fordern alle Betreiber kritischer Anlagen wie Atomkraftwerken und ähnlichem auf, für eine ausreichende Sicherheit zu sorgen und ihre Anlagen nicht über das Internet zu verbinden.«



