Der ökonomische Niedergang Italiens ist alarmierend. Das einzige, was steigt sind Schulden und Jugendarbeitslosigkeit. - Fällt Italien, zerbricht der Euro und die EU zerbröselt.
Via HB-Morningbriefing
Der italienische Aktienindex hat seit 2008 mehr als 50 Prozent verloren, die Industrieproduktion sinkt rapide. Nur die Schulden und die Jugendarbeitslosigkeit steigen. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone steht am Abgrund. Während auf Griechenland nur drei Prozent der Gesamtverschuldung der Eurozone entfallen, liegt der Wert für Italien bei 23 Prozent.
Unicredit Chef Vita: „Die Drei-Prozent-Grenze bei der Neuverschuldung kann kein Fetisch sein, dem alles geopfert wird.“
Bei der in sechs Wochen anstehenden Volksabstimmung über die Verfassungsreform in Italien wird Giuseppe Vita mit „Ja“ stimmen und unterstützt damit den Kurs von Premier Matteo Renzi. Das sagte der Vorsitzende des Verwaltungsrats von Unicredit in einem Interview des Handelsblatts (Freitagausgabe). Auch wenn die Kritiker gewinnen, „wird es kein politisches Erdbeben geben“, sagte Vita. Allerdings sei Renzi sei der Einzige, der versuche, die ausufernden Politik-Strukturen zu verschlanken.
Bundeskanzlerin Angela Merkel schätze Renzi. Es sei im Interesse Europas, dass er im Amt bleibe, sagte der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende von Schering, der lange in Deutschland gelebt hat und heute Aufsichtsratsvorsitzender der Axel Springer SE ist.
Die italienische Wirtschaft habe noch nicht genug Fahrt aufgenommen. „Wir sind am Beginn des Aufschwungs, die Erhol ung ist da, aber sie ist viel langsamer als wir uns das vorgestellt haben.“ Man müsse dringend mehr an die positive Entwicklung der Wirtschaft denken und nicht an die Starre und die Kosten-Disziplin. Vita: „Die Drei-Prozent-Grenze bei der Neuverschuldung kann kein Fetisch sein, dem alles geopfert wird.“
Die EU-Kommission muss in den nächsten Wochen entscheiden, ob sie Italien noch einmal Flexibilität für den Haushalt gewährt.



