Der 8. November ist womöglich einer der wichtigsten Tage für die Märkte weltweit. Ein Sieg von Trump könnte ein Börsen-Beben auslösen. - Wall Street setzt auf Clinton.
Von Sascha Opel
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum (gefühlt) die ganze Welt Donald Trump zu verhindern versucht? Der Kapitalismus und unsere Liberale Gesellschaft seien angeblich in Gefahr, wenn Donald Trump gewählt werden würde.
Trump ist wohlgemerkt gegen die Fortsetzung der US-Kriege in Syrien und im Irak. Er ist für eine Aussöhnung mit Russland. Clinton dagegen, das steht fest, würde den Krieg als fest verankerte Verteidigerin des USD-Öl-basierten Finanzsystems, wohl gnadenlos weiterführen und die Zurückhaltung Obamas vergessen lassen.
Ist also unser „Liberalismus“ in Gefahr (wie in einer Deutschen Zeitung zu lesen war), wenn der US-Dollar/Öl-Standard nicht mehr mit Kriegen mit hunderttausenden Toten und Millionen Flüchtlingen verteidigt wird?
Sprich: Ist Trump in den Augen des Establishments nicht der geeignete Kandidat, um eben diesen USD-Öl-Standard, um den es auch in Syrien und im Irak geht, das Rückgrat unseres globales Finanzsystem (und seine Profiteure) „zu retten“?
Es ist angesichts der Angst, die man vor Trump hat, durchaus vorstellbar, dass es bei seiner Wahl zu einem veritablen Crash kommt. Aber nicht, weil Trump so „gefährlich“ ist. Nein, weil er mit Sicherheit keine verlässliche Marionette der US-Kriegsindustrie ist, welche die Vormachtstellung des US-Dollars in aller Welt sichert. Treue Leser wissen, dass die Vormachtstellung der USA lediglich auf die Aufrechterhaltung und Akzeptanz des US-Dollars als führende Abrechnungs– und Wertaufbewahrungseinheit basiert (US-Dollar/Öl-Standard).
Ein Donald Trump, der sich für eine Versöhnung mit Russland ausspricht und zudem den IS vernichten lassen will (dieser wurde extra geschaffen, um Assad, sowie die Achse Damaskus-Moskau-Teheran zu zerstören und damit den Petrodollar zu retten), ist eine echte Gefahr für das globale USD-Finanzsystem.
Uns würde es daher nicht wundern, wenn Trump im Falle seiner Wahl, wie damals John F. Kennedy, einem Anschlag zum Opfer fällt. Daher ist der 8. November womöglich einer der wichtigsten Tage für die Märkte weltweit. Ein Sieg von Trump könnte aus den oben genannten Gründen die Börsen erbeben lassen.
Betrachten wir gemeinsam, wie sich die US-Börsen in der Vergangenheit vor den Wahlen entwickelt haben. Seit 1960 betrachtet, war der Oktober im Dow Jones mit einem Durchschnittsplus von 0,9 Prozent ein positiver Börsenmonat – mit Ausnahme von Wahljahren! Nimmt man nur die Wahljahre, dann ergibt sich ein durchschnittliches Minus von 0,9 Prozent! Allerdings muss man zur „Entschuldigung“ der Oktoberwahljahre sagen, dass in dieser Statistik auch der Crashmonat des Jahres 2008 (mit einem Minus von 14,1 Prozent) enthalten ist. Ohne diesen Ausnahmemonat läge die Oktober-Dow-Performance in Wahljahren minimal im Plus – aber immer noch deutlich schlechter als in Nicht-Wahljahren.
Fazit: Die Wahl am 8. November könnte dieses Mal erhebliche Auswirkungen auf die Börsen haben. Ein Wahlsieg von Trump mit einer möglichen Abkehr aus den militärischen Abenteuern zur Aufrechterhaltung des USD-Öl-Standards, dem Rückgrat des US-Imperiums, könnte einen Crash (und Frieden auf der Welt) auslösen.
Ein Sieg Clintons würde an den Börsen dagegen sehr wahrscheinlich eine Jahresendrallye auslösen (und eine Verschärfung der militärischen Auseinandersetzung, u.a. mit Russland bedeuten).
Asymmetrische Preisreaktion bei Gold nach US-Wahl zu erwarten
Zu Beginn des US-Wahltages handelt Gold etwa 5 USD höher. Die Marktteilnehmer werden ihren Fokus heute wohl auf den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen richten. Sollte die demokratische Kandidatin Hillary Clinton gewinnen, wird wohl eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im Dezember voll eingepreist werden und der Goldpreis dürfte unseres Erachtens weiter fallen.
Sollte hingegen der republikanische Bewerber Donald Trump das Rennen machen, dürfte es in einer ersten Reaktion zu schockartigen Bewegungen an den Finanzmärkten kommen. Hiervon sollte Gold profitieren, da die Unsicherheit unter den Marktteilnehmern, wie es zukünftig weitergeht, deutlich zunehmen würde. Die Reaktion der Märkte nach dem Brexit-Referendum – Gold schoss um etwa 100 USD je Feinunze nach oben – könnte eine gute Blaupause für die dann zu erwartende Marktreaktion sein.



