Die Kursentwicklung an der deutschen Börse verdeutlicht auch für Laien etwas ganz Einfaches: Bei rund 10.800 Punkten ist der DAX momentan gedeckelt.
Von Axel Retz
2016 können wir (bis jetzt) als unrühmlichstes Jahr der Börsengeschichte seit langem verbuchen. Ein langer Seitwärtsmarkt schüttelt viele ab, die auf einen Trend warten, beschert danach aber auch um so reicher alle Anleger, die in dieser Phase die Füße still gehalten haben.
Was nicht immer einfach ist, da man die persönlichen Einschätzungen eines Bullen- oder Bärenmarktes einfach verabschieden muss. Kein Trend, keine neue Position! Im Zickzack Geld zu verbraten, ist das Dümmste, was man als Anleger tun kann. Die Hoffnung auf einen neuen Trend allein lässt ihn nicht entstehen. Beim DAX geht es erkennbar um die 10.800. Erst wenn diese Marke klar überwunden werden kann, wird sich den Haussiers der Weg nach oben freigeben.
Aktuell, kurzfristig betrachtet, sieht es ganz und gar nicht nach einem rasch anstehenden Durchbruch nach oben aus. Denn charttechnisch hat mein kurzfristiger Indikator für den DAX jetzt wieder nach unten eingedreht.
Donald Trump regiert derzeit den Markt. Lustig ist, dass man ihn in Bausch und Bogen verdammt und gleichzeitig betont, „nichts von ihm zu wissen“. Vom Friedensnobelpreisträger Obama „Ich bin echt gut darin, Menschen zu töten“ hörte man Lob für die Kanzlerin.
Dem „Neuen“ eine Chance zu geben, wie es die Wähler wollten, das ist halt Demokratie. Und Donald Trumps Pläne „America first“, von denen erst mal zu sehen haben wird, was von ihnen umgesetzt wird, sind auch und vor allem für den MDAX ein Thema.
Charttechnisch betrachtet, sieht das Ganze etwas „kippelig“ aus für den Index unserer Werte aus der zweiten Reihe. So, wie das sich darstellt, tippe ich auf einen Ausbruch nach unten!
Sollte ich ausnahmsweise auch einmal wieder falsch liegen, denken Sie daran: Der Drops ist erst gelutscht, wenn er gelutscht ist! Im MDax könnte sich uns sehr bald eine neue, extrem positive Chance ins Haus stehen, die uns so weißgott nicht tagtäglich vor die Füße fällt. Eine „Trump-Rallye“, „Trumponomics“ gar haben nun all die aus dem Hut hervorgezaubert, die zuvor bei einem Wahlsieg Donald Trupps einen Crash erwartet hatten. Wechselwendig, wie sie sind.
Ich selbst lag völlig falsch. Nicht mit der Prognose des Wahlausgangs, wohl aber mit der Reaktion der Märkte darauf. Gekostet hat es uns nichts, da ich keinerlei Empfehlungen aussprach.
Erst einmal, darf ich anmerken. Denn hier rollen die Würfel noch. Und ich sehe derzeit keinen Grund, meine Prognose eines neuen Bärenmarktes zu revidieren.



